Wirtschaft



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20.07.2008
 

Überlebenskampf

Krise von Finanzinvestor bringt Hertie in Not

Der Essener Warenhauskonzern Hertie droht in den Strudel des ums Überleben kämpfenden britischen Eigentümers Dawnay Day gezogen zu werden. Die 4100 Mitarbeiter der Warenhauskette seien offiziell über Probleme des Finanzinvestors informiert worden, erfuhr das "Handelsblatt".

Düsseldorf - "Wenn es zu einem Kollaps von Dawnay Day kommt, wird es für Hertie eng", sagte ein früherer Hertie-Manager dem Blatt. Die Briten seien dann nicht mehr in der Lage, die verlustreiche deutsche Beteiligung weiter zu stützen. So wiesen die Essener 2006 einen Fehlbetrag von 33 Millionen Euro aus - bei einem Eigenkapital von nicht einmal mehr 10 Millionen Euro.

Hertie steckt in der Klemme: Der Warenhauskonzern muss ums Überleben kämpfen
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Hertie steckt in der Klemme: Der Warenhauskonzern muss ums Überleben kämpfen

Im darauf folgenden Geschäftsjahr habe Hertie erneut ein Minus von 30 Millionen Euro abgeliefert, heißt es in Branchenkreisen, und das bei sinkenden Umsätzen, die nach Informationen von Creditreform um 5,2 Prozent auf 540 Millionen Euro zurückgegangen sind. Hertie wollte sich zu diesen Zahlen nicht äußern und erklärte, auf die Veröffentlichung des Jahresabschlusses zu warten.

Selbst Lieferanten bezeichnen Herties Zukunft laut "Handelsblatt" inzwischen als "ungewiss". Der Bielefelder Modegroßhändler Katag liefere nur noch gegen Bankgarantie Ware an Hertie aus. Der Lebensmittelgroßhändler Lekkerland berichtet nach Informationen des Wirtschaftsblattes, der Kreditversicherer Euler-Hermes gewähre ab dem 1. August keine Ausfallgarantien mehr für Hertie-Lieferungen. Ein westdeutscher Unternehmer erklärte sogar, ihm sei Hertie zum Kauf offeriert worden.

2005 reicht Karstadt-Quelle 74 kleinere Kaufhäuser für 500 Mill. Euro an ein Konsortium um Dawnay Day weiter, das diese Filialen seither unter dem reaktivierten Markennamen Hertie betreibt. Seitdem ist laut "Lebensmittelzeitung" ein Verlust von fast 170 Millionen Euro aufgelaufen.

cjp/ddp

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