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22.07.2008
 

Krisenbank

IKB bekommt erneut Milliardenkredite

Der Mittelstandsfinanzierer IKB steckt tief in der Krise: Das Institut braucht schon wieder Geld von der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau. Ob die dringend erhöhte Kapitalerhöhung genehmigt wird, ist noch unklar.

Frankfurt am Main - Das Finanzloch wird einfach nicht kleiner: Mit 1,5 Milliarden Euro stützt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) den krisengeschüttelten Mittelstandfinanzierer IKB. Der Grund: Die dringend benötigte Kapitalerhöhung verzögert sich wegen einer EU-Prüfung. Die Kommission will darüber entscheiden, ob der staatliche Zuschuss für die IKB erlaubt ist - allerdings erst Ende September oder Oktober.

FIKB-Zentrale: "Normales Geschöft zwischen Banken"
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AFP

FIKB-Zentrale: "Normales Geschöft zwischen Banken"

Bis dahin wird die IKB mit staatlicher Hilfe gestützt. Das ist auch bitter nötig: Für das Ende Juni abgelaufene Quartal rechnet die IKB mit einem Bewertungsverlust von einer halben Milliarde Euro, der in die Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns einfließt.

Für Erleichterung beim IKB-Management dürfte hingegen die Nachricht gesorgt haben, dass die insgesamt zehn Anfechtungsklagen gegen die Kapitalerhöhung durch mehrere Vergleiche ausgeräumt sind.

Die KfW verwies darauf, dass die neuen Kredite nicht Teil des Rettungspakets für die angeschlagene Bank seien: "Das ist ein normales Geschäft zwischen Banken", sagte ein Sprecher. Der KfW-Verwaltungsrat habe die Kredite bereits im Mai genehmigt.

Die IKB hat sich mit Ramsch-Hypotheken verspekuliert. Angeblich mussten KfW, Bund und Bankenwirtschaft bislang 9,8 Milliarden Euro Risiken abdecken, um die IKB vor der Pleite zu bewahren. Nach Angaben der FDP trägt der Bund 85 Prozent der Risiken, obwohl die KfW eigentlich weniger als 50 Prozent an der IKB hält. Der Verkaufsprozess für die Beteiligung an der IKB geht indes weiter. Ob die Bank komplett oder in Teilen veräußert werden soll, ist noch unklar.

cvk/dpa-AFX/Reuters/AP

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