Washington - Dem Kompromiss gingen dem "Wall Street Journal" zufolge zähe Verhandlungen voraus - und wahrscheinlich werde es bei der Abstimmung durch die Abgeordneten am Mittwoch noch heftigen Streit geben. Das Haushaltsbüro hat dem Blatt zufolge berechnet, dass eine vorübergehende Unterstützung der beiden angeschlagenen US-Hypothekenfinanzierer die Regierung bis zu 25 Milliarden Dollar kosten könnte.
Das Rettungspaket sieht vor, Fannie Mae und Freddie Mac im Notfall unter staatliche Aufsicht zu stellen und wacklige Kredite von bis zu 300 Milliarden Dollar abzusichern. Zudem beinhaltet die Vorlage ein Vier-Milliarden-Dollar-Programm, das es auf lokaler Ebene ermöglicht, zwangsversteigerte Besitztümer zurückzukaufen. Das Weiße Haus hatte mehrfach angekündigt, gegen eine solche Bestimmung ein Veto einlegen zu wollen. Ob die Drohung wahrgemacht wird, ist noch unklar. Die Vorlage sei lang und man müsse sie jetzt prüfen, zitiert das "WSJ" Sprecher Tony Fratto.
Seit im vergangenem Sommer die Kreditkrise ausbrach, haben Fannie Mae und Freddie Mac gemeinsam bereits elf Milliarden Dollar Verluste hinnehmen müssen. Investoren fürchten bei einem Zusammenbruch der beiden Institute einen Kollaps des US-Immobilienmarktes: Fast die Hälfte aller US-Hypotheken sind über sie abgesichert - insgesamt 5,2 Billionen Dollar. Pleitegerüchte hatten jüngst bereits die Aktienkurse der beiden Institute komplett abstürzen lassen.
Fannie Mae und Freddie Mac befinden sich zwar in Privatbesitz, wegen enger Verzahnung mit der Politik erwarten die Finanzmärkte jedoch stillschweigend, dass der Staat letztlich für die Schulden der beiden weitgehend geradestehen wird. Wie dabei die Aktionäre wegkommen würden, ist offen.
ase
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