Wien/München - Der fallende Ölpreis kommt auch den Autofahrern in Deutschland zugute. Nach den Höchstständen der vergangenen Monate hat sich der Preis für Superbenzin binnen einer Woche um 7,5 Cent verbilligt, berichtet der ADAC. Durchschnittlich müssen die Verbraucher nun 1,49 Euro pro Liter zahlen. Der Dieselpreis fiel um fünf Cent auf durchschnittlich 1,47 Euro.
Grund ist der Preisrückgang bei Rohöl. Am Mittwoch kostete ein Fass 125,95 Dollar - immer noch sehr viel, aber weniger als vor wenigen Tagen. Vorvergangenen Freitag musste man noch einen Rekordpreis von mehr als 147 Dollar zahlen.
Für den Preisrückgang machten Händler unter anderem die aktuelle Entwicklung des Hurrikans "Dolly" verantwortlich. Der tropische Sturm steuert auf die Grenze zwischen den USA und Mexiko zu - es wird aber immer unwahrscheinlicher, dass "Dolly" auch die Ölförderanlagen im Golf von Mexiko treffen könnte. Zuvor hatte der Ölkonzern Shell noch erklärt, von den Bohrinseln im westlichen Golf von Mexiko würden Arbeiter in Sicherheit gebracht.
Der ADAC warnte die Autofahrer aber vor allzu großen Hoffnungen auf einen Preisrutsch an den Zapfsäulen: "Während der Sommerferien muss immer mit Preisanhebungen gerechnet werden - es liegt an den Autofahrern, darauf mit konsequentem, preisbewusstem Tankverhalten zu antworten."
Der Automobilclub von Deutschland (AvD) rechnet damit, dass trotz des aktuellen Preisrückgangs noch bis Ende August von einem insgesamt hohen Niveau ausgegangen werden müsse: "Autofahrern bleibt langfristig nur, ihre Fahrweise umzustellen, wenn sie den Geldbeutel schonen möchten."
Eine Aral-Sprecherin sagte, am Rotterdamer Ölmarkt seien seit dem 11. Juli rückläufige Notierungen zu beobachten. Diese Preissenkungen seien bei Normal- und Superbenzin fast ungeschmälert bei den deutschen Verbrauchern angekommen.
Anders sieht es beim Diesel aus: Im Einkauf verbilligte sich Diesel zwischen dem 11. und dem 22. Juli umgerechnet zwar um 7,4 Cent je Liter - die Preissenkung an den Tankstellen im gleichen Zeitraum betrug jedoch nur 4,4 Cent. Die Ölunternehmen erklärten dazu, sie hätten verlorene Gewinnmargen wieder ausgeglichen.
Diesel ist in Rotterdam derzeit mehr als 14 Cent je Liter teurer als Benzin. Daraus erklärt sich den Angaben zufolge der geringe Preisunterschied zum Benzin an der Tankstelle, obgleich Diesel um rund 18,5 Cent je Liter niedriger besteuert wird.
In einer Forsa-Umfrage für das Magazin "Cicero" sprach sich eine Mehrheit der Befragten für eine Senkung der Mineralölsteuer aus. Auf die Frage, ob die Steuern für Benzin und Diesel angesichts der hohen Preise gesenkt werden sollten, antworteten 77 Prozent mit Ja, 23 Prozent mit Nein. Befragt wurden rund tausend Deutsche.
wal/AP/dpa-AFX/AFP
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