Brüssel - Der geplante Zusammenschluss der beiden Autohersteller werde den wirksamen Wettbewerb in Europa nicht wesentlich beeinträchtigen, erklärte die EU-Kommission am Mittwoch nach Prüfung des Falls. Die Untersuchung habe ergeben, dass "die horizontalen Überschneidungen zwischen Volkswagen
und Porsche
begrenzt sein werden und es auf allen betroffenen Teilmärkten weiterhin starke Konkurrenten mit erheblichen Marktanteilen geben wird", teilte die Brüsseler Behörde mit.
Porsche hatte eine Übernahme der Kontrolle von VW in Brüssel bereits angemeldet, als der Anteil sich noch auf 30,6 Prozent belief. Die EU-Kommission hatte aber in Frage gestellt, ob dies schon faktisch ein bestimmender Anteil an dem Wolfsburger Autobauer ist, weshalb Porsche im Juni seine Beteiligung per Termingeschäft zu Anfang September um rund fünf Prozent auf 35,6 Prozent aufstocken wird. "Mit diesem Rechtsgeschäft erwirbt Porsche faktisch die Kontrolle über Volkswagen", erklärte die Kommission.
Da die Wettbewerbsaufsicht dies jetzt genehmigt hat, braucht Porsche für die angekündigte Aufstockung seines VW-Anteils auf mehr als 50 Prozent keine weitere Erlaubnis der Kommission mehr. Gleichwohl müssen weltweit mehr als 20 Kartellbehörden diesem Vorhaben zustimmen. Porsche rechnet damit, spätestens bis Ende Oktober alle Genehmigungen zu bekommen.
Die offenen Fragen über die tatsächliche Verteilung der Macht in der Porsche Holding werden mit der Entscheidung der Kartellbehörde allerdings nicht gelöst. Streitpunkte sind vor allem die Mitbestimmung in der Holding und die künftige Rolle des Landes Niedersachsen als zweitgrößter VW-Aktionär.
Niedersachsen hält 20,25 Prozent an Volkswagen, was dem Land ein Vetorecht in der Hauptversammlung sichert, weil es dort für wichtige Entscheidungen eine Sperrminorität von 20 Prozent gibt. Die restlichen VW-Anteile sind in Streubesitz. Einziger weiterer Anteilseigner mit einem meldepflichtigen Anteil von über drei Prozent war bis Ende Mai die Schweizer Großbank UBS, die ihre Anteil dann aber wieder reduzierte.
kaz/dpa-AFX/Reuters/dpa
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