Wirtschaft



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24.07.2008
 

Autokonzerne in der Krise

Ford macht fast neun Milliarden Dollar Miese

Die Hiobsbotschaften in der Autobranche häufen sich: Daimler schockt die Börse mit einer Gewinnwarnung, Renault baut Tausende Jobs ab. Jetzt legt auch der US-Konzern Ford eine katastrophale Bilanz vor - das Unternehmen kann seine Luxus-Geländewagen kaum noch verkaufen.

Detroit/Stuttgart/Paris - Schlechte Nachrichten ist man von Ford Chart zeigen gewohnt, doch diesmal ist das Minus besonders dick: Der US-Autokonzern ist im vergangenen Quartal tief in die roten Zahlen gerutscht. Der Grund ist die schwache Nachfrage nach Luxus-Geländewagen und Pick-ups - angesichts der hohen Benzinpreise können sich immer weniger Kunden einen großen Spritschlucker leisten.

Ford-Werk in Köln: Weltweit sind die Aussichten für die Branche schlecht
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Ford-Werk in Köln: Weltweit sind die Aussichten für die Branche schlecht

Im abgelaufenen Quartal summierte sich der Verlust bei Ford auf rund 8,7 Milliarden Dollar. Mitverantwortlich ist der kräftige Rückgang verschiedener Vermögenswerte. Allerdings sank auch der Umsatz dramatisch auf 38,6 Milliarden Dollar - das sind 5,6 Milliarden weniger um als im Vorjahr.

Ford ist nicht der einzige Autohersteller, der unter der Kaufzurückhaltung seiner Kunden leidet. Konjunkturkrise, Ölpreisschock, Inflation - weltweit sind die Aussichten für die Branche schlecht.

Deutlich wurde dies an diesem Donnerstag auch beim deutschen Musterkonzern Daimler Chart zeigen. Der Premiumhersteller erklärte, dass der Gewinn des Vorjahres in diesem Jahr nicht zu erreichen sei - und schockte damit die Börse. Nach Vorlage des Quartalsberichts rutschte die Daimler-Aktie zeitweise neun Prozent ins Minus und war damit das Schlusslicht im Dax Chart zeigen.

Konzernchef Dieter Zetsche sah sich schon genötigt, vor Panik zu warnen: Daimler werde trotz des schwachen Aktienkurses nicht zum Übernahmeobjekt, sagte er nach der Vorlage der Zahlen. Die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme schätze er als nicht besonders hoch ein.

Jobabbau bei Renault

Hiobsbotschaft auch beim französischen Hersteller Renault Chart zeigen: Das Unternehmen will im Rahmen eines Sparprogramms 5000 Stellen abbauen. Finanzdirektor Thierry Moulonguet sagte, der Abbau der Arbeitsplätze durch freiwilliges Ausscheiden sei "angemessen". Der Stellenabbau ist dem Finanzchef zufolge der wichtigste Beitrag zur Senkung der Strukturkosten um zehn Prozent. Allein im kommenden Jahr sollen 350 Millionen Euro eingespart werden.

Auch Renault verkauft weniger Autos: Für 2008 und 2009 senkte das Unternehmen seine Erwartungen. Im kommenden Jahr werden wohl statt 3,3 nur drei Millionen Autos verkauft. Besonders das Modell Laguna kommt bei den Kunden schlechter an als erwartet. Wegen der gestiegenen Rohstoffpreise erhöht Renault zudem die Preise für seine Fahrzeuge.

cvk/AP/AFP/Reuters

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