Nürnberg - Die Konsumlust der Bundesbürger schwindet dahin: Die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) prognostizierte für den Monat August einen Rückgang ihres Konsumklimaindex um 1,5 auf 2,1 Punkte. Damit markiert der Index den niedrigsten Wert seit Juni 2003.
Die Stärke des Einbruchs überraschte die Beobachter. Ökonomen hatten nur einen leichten Rückgang auf 3,5 Punkte erwartet. "Der GfK-Index ist stärker als erwartet gefallen. Die erhoffte Konsumbelebung wird immer unwahrscheinlicher. Das ist schmerzhaft für die deutsche Wirtschaft, weil Export und Investitionen als Wachstumsmotor ausfallen", sagte Jörg Lüschow, Volkswirt der WestLB.
"Neue Höchstwerte bei Energiepreisen, stärker werdende Rezessionsängste sowie das Wiederaufflammen der Finanzmarktkrise haben die Verbraucher stark verunsichert", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Sie wollen daher weniger Geld für große Anschaffungen ausgeben und befürchten, dass sich ihre finanzielle Situation in den kommenden zwölf Monaten verschlechtert.
Vor allem hohe Kosten für Benzin, Öl und Gas belasten. "Die zuletzt explodierten Energiepreise sorgen dafür, dass die Budgets der Haushalte verstärkt zur Begleichung der Energierechnung eingesetzt werden müssen", sagte Bürkl. "Entsprechend fehlen diese Mittel an anderer Stelle und sorgen für die derzeitige Kaufzurückhaltung."
Wegen der anhaltend hohen Inflation sorgen sich die 2000 Befragten zunehmend um ihre Kaufkraft. Trotz der teilweise deutlichen Tariferhöhungen in vielen Branchen befürchten sie, dass sich ihre Einkommenssituation verschlechtert. Der Teilindex für die Einkommenserwartung sank um 12,8 auf minus 20 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit fast vier Jahren.
Einen baldigen Aufschwung erwarten die Deutschen offenbar nicht. Für die Konjunktur zeigten sich die Konsumenten ebenfalls pessimistischer. Der Teilindex für die Konjunkturerwartungen brach um 15,5 auf minus acht Punkte ein.
suc/Reuters/dap-AFX
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