Wirtschaft



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30.07.2008
 

Schmiergeld-Affäre

Ex-Siemens-Vorstände sollen mit Privatvermögen haften

In der Schmiergeldaffäre bei Siemens muss der frühere Vorstand um Ex-Chef Heinrich von Pierer um seine Ersparnisse bangen. Einem Zeitungsbericht zufolge will das Unternehmen im Falle einer erfolgreichen Schadenersatzklage auf das Vermögen der Manager zurückgreifen.

München - Der amtierende Siemens-Aufsichtsrat ist sich einig: Das Kontrollgremium will von früheren Vorständen Millionenbeträge verlangen und dabei auch auf das private Vermögen zugreifen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" am heutigen Mittwoch. Nach Angaben aus Konzernkreisen sei in der Aufsichtsratssitzung am Dienstag betont worden, "wer Schäden in Milliardenhöhe zu verantworten hat, darf nicht mit einer symbolischen Strafe davonkommen".

Ex-Siemens-Chef von Pierer: "Betroffenheit und Bedauern"
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DPA

Ex-Siemens-Chef von Pierer: "Betroffenheit und Bedauern"

Im Aufsichtsrat gehe man davon aus, dass die für das Top-Management abgeschlossene Haftpflichtversicherung bei der Allianz und zwei weiteren Assekuranz-Unternehmen in Höhe von 250 Millionen Euro womöglich nicht greifen werde. Die Allianz werde einwenden, die Ex-Vorstände hätten ihre Pflichten grob fahrlässig verletzt, und nicht zahlen wollen, heiße es aus dem Aufsichtsrat.

Siemens wollte den Bericht im einzelnen nicht kommentieren. Ein Sprecher sagte SPIEGEL ONLINE lediglich, dass das Unternehmen dazu verpflichtet sei, Schadenersatz zu fordern.

Siemens wirft seinem Ex-Management schwere Versäumnisse vor. Die Führungsriege habe ihre Organisations- und Aufsichtspflichten im Zusammenhang mit Bestechungszahlungen und schwarzen Kassen in den Jahren 2003 bis 2006 verletzt und Siemens damit finanziell belastet, hatte der Konzern gestern erklärt.

Die Vorwürfe richten sich gegen den früheren Vorstandschef Heinrich von Pierer und seinen Nachfolger Klaus Kleinfeld sowie gegen weitere Mitglieder des einstigen Zentralvorstands.

Heinrich von Pierer reagierte "mit großer Betroffenheit und Bedauern" auf die Schadenersatzforderung. Sein Rechtsanwalt Winfried Seibert erklärte, "selbstverständlich wird er sich gegen die Vorwürfe und die angekündigten Maßnahmen zur Wehr setzen".

Klaus Kleinfeld teilte über einen Sprecher mit: "Die Vorwürfe gegen mich sind haltlos." Er habe volles Vertrauen in das deutsche Rechtssystem und sehe deshalb den weiteren Entwicklungen gelassen und zuversichtlich ins Auge.

suc/ddp

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