Von Hasnain Kazim
Eine Alternative zum Öl-Aggregat wäre die Brennstoffzelle. Der Motor wird mit Hilfe von Wasserstoff angetrieben. In der Schifffahrt hat das System im U-Boot-Bau seinen festen Platz, weil es leise ist und unabhängig von der Außenluft - ideale Voraussetzungen für den Unterwassereinsatz.
In der Brennstoffzelle reagiert Wasserstoff mit Sauerstoff, am Ende bleibt reiner Wasserdampf übrig. Die Zelle wandelt die Energie aus dieser sogenannten kalten Verbrennung in elektrische Energie um, mit der ein Elektromotor betrieben wird.
Ende August soll nun auch das erste Fahrgastschiff mit Brennstoffzelle getauft werden: Die "Alsterwasser" soll künftig mit rund hundert Passagieren über die Alster und durch die Hamburger Kanäle tuckern. Mit 50 Kilogramm Wasserstoffgas wird das 25 Meter lange Schiff drei Tage fahren können. Für den Ausflugsdampfer ohne direkte Ruß-, CO2- und Schwefeldioxidausstoß legt der Käufer einen stolzen Preis hin: gut fünf Millionen Euro, doppelt so viel wie für ein Schiff mit herkömmlichem Dieselmotor.
Bis die Brennstoffzelle allerdings in der Frachtschifffahrt Verbreitung findet, dürfte es noch dauern. Der Antrieb auf dem Alsterschiff schafft gerade mal 130 PS. Brennstoffzellen, die genügend Leistung für einen Containerriesen bringen, existieren bislang nicht. Für die Herstellung von Wasserstoffgas wird zudem meistens Erdgas benötigt, die Herstellungskosten sind hoch, der Energieverlust insgesamt groß.
In vielen Ländern wird jedoch intensiv an der Brennstoffzellentechnologie gearbeitet: Die EU fördert Forscher in diesem Bereich mit finanziellen Mitteln, Südkorea will bis 2040 rund 15 Prozent seines Energiebedarfs mit Wasserstoff decken. Möglicherweise werden also auch die Schiffe der Zukunft tatsächlich mit Brennstoffzellen zur See fahren - und nichts als Wasser hinterlassen.
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