Von Hasnain Kazim
Viele hundert Jahre lang fuhren Menschen mit Segelschiffen zur See. Mit dem Aufkommen der Motorschifffahrt verlor das Segel in der kommerziellen und militärischen Schifffahrt jedoch an Bedeutung, während es im Segelsport perfektioniert wurde.
Jetzt, in Zeiten hoher Ölpreise, entdecken Tüftler, Techniker und auch Transportunternehmen das Segel wieder. Ende 2007 schickte der Bremer Reeder Niels Stolberg erstmals ein Frachtschiff mit einem zusätzlichen Gleitschirmantrieb auf Fahrt. Seither hat die Hamburger Firma Skysails, die das Segel entwickelt hat, weitere Reeder als Kunden gewonnen. Das Segel soll Kraftstoff sparen - nach Angaben von Skysails bis zu 50 Prozent bei optimalen Windbedingungen. Die Werte der ersten großen Reise über den Atlantik und zurück werden derzeit noch ausgewertet.
Wind bietet die Möglichkeit, den Vortrieb über das Segel ohne Verluste durch Energieumwandlung direkt auf das Schiff zu übertragen. Und windstill ist es in See nur selten. Trotzdem wollen Reeder von herkömmlichen Segelschiffen nichts wissen - sie machten sich ansonsten zu abhängig von der Witterung. Außerdem, heißt es in den Unternehmen, störten die Masten, man könne viel weniger Ladung transportieren als mit einem herkömmlichen Motorschiff.
"Für Schüttgut wäre ein Frachtsegler noch geeignet, aber für Container? Niemals", sagt ein Hamburger Reeder. Außerdem sei dahingestellt, ob sich ein Segelschiff ökonomisch lohne. "Man spart zwar eine Menge Kosten für Kraftstoff, muss aber für viel häufigere Verspätungen Strafzahlungen leisten. Außerdem braucht man für ein Segelschiff viel mehr Personal als für einen heutigen Tanker." Selbst das größte Containerschiff lässt sich mit rund einem Dutzend Mann Besatzung fahren.
Der Bundesverband Windenergie hält trotz aller Bedenken an der Vision eines Segelfrachters fest. "Irgendwann wird das kommen", sagt Heinz Otto vom Hamburger Landesvorstand. Wie lange das noch dauere, sei aber nicht absehbar. "Wir arbeiten daran", sagt er.
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