Wirtschaft



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11.08.2008
 

Antrieb ohne Öl

Reeder planen das Hochsee-Schiff der Zukunft

Von Hasnain Kazim

8. Teil: Flettnerantrieb: Rotierende Säulen an Deck

Am vergangenen Wochenende lief in Kiel ein Schiff mit skurrilen Säulen auf dem Deck vom Stapel. Die Pfeiler sind ein Windantrieb, gebaut vom größten deutschen Hersteller von Windrädern Enercon aus dem ostfriesischen Aurich. Das "E-Ship" wurde von der Lindenau-Werft gebaut, die Hamburgische Schiffbau-Versuchsanstalt hatte den Rumpf des Frachters optimiert.

Flettnerantrieb auf der "Buckau" (1926): Skurrile Säulen auf dem Deck
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Getty Images

Flettnerantrieb auf der "Buckau" (1926): Skurrile Säulen auf dem Deck

Die Säulen funktionieren im Prinzip wie ein Segel, nur dass sie, von einem Motor angetrieben, rotieren und sich dadurch ein 1852 vom Physiker Heinrich Gustav Magnus entdecktes Phänomen zunutze machen: Strömt Wind um ein rotierendes Objekt, entsteht auf der einen Seite ein Überdruck, so dass das Objekt in die entgegen gesetzte Richtung geschoben wird.

In den zwanziger Jahren nutzte der hessische Ingenieur Anton Flettner diese Erkenntnis erstmals im Schiffbau. 1924 stach die "Buckau", später "Baden-Baden" genannt, mit zwei Säulen in See. Zwei Jahre später überquerte der Flettnerrotor erstmals den Atlantik.

Jetzt gibt es eine Neuauflage: 130 Meter lang und 22 Meter breit ist das neue Schiff. Die vier Segelrotoren sind jeweils 25 Meter hoch und sind an den Ecken der Ladeluken angebracht. Zum Transport von Containern ist das Schiff jedoch nicht geeignet. Wie die Masten bei einem Segelschiff blockieren die Rotoren das Deck. Daher wurde das Schiff als "Roll-on-Roll-off"-Frachter konzipiert. Bei Enercon hofft man nun darauf, dass die Technologie aus den zwanziger Jahren eine Renaissance erlebt.

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