Washington - Die Männer waren nicht etwa Computergenies, wie US-Justizminister Michael Mukasey in einer Pressekonferenz betonte. Die elf Angeklagten drangen auf relativ einfache Art und Weise in die drahtlosen Computernetzwerke von mindestens neun großen US-Einzelhändlern ein und gelangten über Spionageprogramme an Kartennummern, Passwörter und Bankinformationen.
So sollen die Männer insgesamt 40 Millionen Kreditkarten- und Kundennummern gestohlen und über das Internet an andere Kriminelle in den USA und in Osteuropa weiterverkauft haben. Diese hätten die Daten dann auf leere Kreditkarten geladen und Zehntausende Dollar an Geldautomaten abgehoben. Die genaue Höhe des Schadens sei noch nicht feststellbar, sagte Michael Sullivan, Generalstaatsanwalt von Massachusetts. Aber es seien sicherlich zweistellige Millionensummen.
Der Fall zeige, dass Verbraucher, Unternehmen und Regierungen in aller Welt weitere Anstrengungen zum Schutz vertraulicher Daten finden müssten, sagte Sullivan. "Technologie hat unser Leben sehr viel einfacher gemacht, sie hat aber auch neue Verletzlichkeiten geschaffen", fügte Mukasey hinzu.
"Durch das weltumspannende Internet können Kriminelle von praktisch überall auf der Erde aus aktiv werden, um persönliche Informationen unserer Bürger zu stehlen", sagte Mukasey. Den Angaben zufolge sind drei der Angeklagten US-Bürger, einer stammt aus Estland, drei weitere aus der Ukraine, zwei aus China und einer aus Weißrussland. Von einem Mann ist bislang nur der Internet-Deckname bekannt.
Dem Mann, der die Truppe geleitet haben soll, droht im schlimmsten Fall eine lebenslange Haftstrafe. Besonders pikant: Der Mann war nach Angaben der US-Behörden selbst Informant des Secret Services.
ase/AP/AFP/Reuters
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH