New York - Erst die Kreditkrise, jetzt die juristische Aufarbeitung: Die US-Justiz und die Börsenaufsicht SEC haben in dem Vergleich durchgesetzt, dass die Citigroup Anlegern 7,5 Milliarden Dollar zurückzahlen muss. Zudem muss die Citigroup insgesamt 100 Millionen Dollar an Strafe entrichten.
Die Anleger hatten illiquide Anleihen vom Typ "Auction-Rate-Securities" (ARS) gekauft. Das sind Anleihen, deren Zinsen regelmäßig bei Auktionen festgesetzt wurden. Anleger konnten früher bei diesen Terminen ihre Papiere ohne Probleme verkaufen, bis der Markt durch die Kreditkrise komplett einbrach.
Die Spezialanleihen wurden insbesondere von Städten, Kommunen und Organisationen für ihre Finanzierung ausgegeben. Durch die Auktionen mussten sie trotz langer Laufzeiten nur vergleichsweise niedrige Zinsen zahlen. Der Markt für solche Wertpapiere war im Februar dieses Jahres zusammengebrochen, Banken konnten ihre Zusagen deshalb nicht einhalten.
Im Rahmen des Vergleichs wird Citigroup nun zunächst binnen drei Monaten allen kleineren und privaten Anlegern ihre Papiere zurückkaufen. Bis Ende 2009 soll die Bank zudem "alles in ihrer Macht stehende" versuchen, um auch Papiere wieder zu Geld zu machen, die institutionellen Investoren für rund 12 Milliarden Dollar bei ihr kauften, sagte der New Yorker Generalstaatsanwalt. Somit müsste die Bank insgesamt fast 20 Milliarden Dollar zurückzahlen.
Mit dem Vergleich wandte die US-Bank eine drohende Klage ab. Der Einigung gingen umfangreiche Untersuchungen der Behörden voraus. Auch anderen Banken wird von Behörden weiterer US-Bundesstaaten schweres Fehlverhalten vorgeworfen.
Auf die Branche rollt bereits eine Klagewelle zu. Beobachter halten nun aber auch weitere milliardenschwere Vergleiche wie bei der Citigroup für möglich. Auch gegen andere Häuser wie die Schweizer UBS gehen die Behörden bereits vor.
cvk/Reuters/dpa-AFX
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