Hamburg - Es ist ein bizarres Bauprojekt, das Scheich Tarek Bin Laden plant. Afrika und Arabien will er mit einer 18 Kilometer langen Brücke verbinden. Spannen soll sich diese zwischen dem Jemen und Dschibuti, über die Meerstraße Bab al-Mandab, die einzige natürliche Verbindung des Roten Meeres mit dem Golf von Aden.
Meerstraße Bab al-Mandab: Bald Baugrund für die größte Brücke der Welt?
Die Konferenz fand in einem Luxushotel statt. Bei der Präsentation verglich Bin Laden seine Bauutopie mit den Pyramiden von Gizeh und der großen Mauer von China. Das 200-Milliarden-Dollar-Projekt trägt den Namen "Al Noor". Tarek Bin Laden scheint überzeugt zu sein, dass seine Utopie wahr wird - er soll bereits mehrere hundert Millionen Dollar dafür bereitgestellt haben.
Die Brücke würde den Handel "von Dakar bis Peking" erblühen lassen, sagte der Scheich. Allerdings, sagte der "Independent", habe Bin Laden vergessen zu erwähnen, dass Dschibutis einzig befahrbare Straße ins restliche Afrika eine 90 Jahre alte Autobahn sei, "auf der es zwei Tage dauere, 300 Meilen zurückzulegen".
Und als wäre das noch nicht genug: An beide Enden seiner Mega-Brücke will Bin Ladens Bruder auch noch zwei neue Städte aus dem Boden stampfen. Experten halten dieses Vorhaben sogar für noch ambitionierter als die Brücke: Alleine um die Stadt in Dschibuti zu bauen, wären laut "Independent" schätzungsweise 850.000 Arbeiter nötig. Im Zwergstaat Dschibuti leben aber gerade mal 800.000 - Kinder eingerechnet.
Kurios, so die Zeitung weiter, sei zudem nicht das gigantomane Bauprojekt allein - sondern auch die Tatsache, dass einige Firmen, die Bin Ladens Brücke unterstützen, aus den USA stammen und enge Verbindungen zur Bush-Regierung haben sollen.
Einer von Bin Ladens Hauptpartnern sei beispielsweise die Firma L3, die schon zahlreiche Aufträge vom US-Verteidigungsministerium erhalten hat - und für die mehrere ehemalige Militäroffiziere und republikanische Geschäftsmänner gearbeitet haben.
ssu
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