Harare - Schon bisher hatte Simbabwe die weltweit höchste Inflationsrate. Jetzt baut der afrikanische Krisenstaat den Katastrophenrekord auch noch aus. Im Juni stieg die Jahresrate auf 11,2 Millionen Prozent. Das gab das staatliche Statistikamt am heutigen Dienstag bekannt.
Im Vormonat hatte die Behörde noch von einer Rate von 2,2 Millionen Prozent gesprochen. Allerdings hatten Experten die Angabe schon damals bezweifelt. Der Wert liege weit unter dem realen Prozentsatz, hieß es.
Mit der jüngsten Korrektur nach oben zeigt sich, dass alle bisherigen Maßnahmen gegen die grassierende Geldentwertung nicht fruchten. Die Zentralbank hatte vor kurzem die Streichung von zehn Nullen bei der Landeswährung bekanntgegeben, nachdem sie zuvor einen neuen Geldschein im Nominalwert von 100 Milliarden Simbabwe-Dollar in Umlauf gebracht hatte. Dafür konnte man sich vor zwei Wochen noch ein halbes Brot leisten.
Die Wirtschaft des einstigen afrikanischen Modellstaats befindet sich seit knapp zehn Jahren im freien Fall. Das von Präsident Robert Mugabe diktatorisch regierte Land leidet an einem chronischen Mangel an Nahrungsmitteln und Treibstoff. 80 Prozent der Menschen sind arbeitslos. Die meisten versuchen, sich mit Tauschhandel über Wasser zu halten. Die Bemühungen der Opposition, in Verhandlungen mit Mugabe zu einer Machtteilung zu kommen und das Land damit aus der Krise zu führen, stecken in einer Sackgasse.
suc/dpa/Reuters
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