Wirtschaft



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20.08.2008
 

Airline aus Mallorca

Krisenfall Spanair

Die zweitgrößte spanische Fluggesellschaft Spanair war schon vor dem heutigen Unglück ein Krisenfall: Das Unternehmen soll verkauft werden, fast jedem dritten Mitarbeiter droht die Kündigung. Die Katastrophe von Madrid könnte nun das endgültige Aus für die Airline bedeuten.

Hamburg - Die skandinavische Fluggesellschaft SAS, Muttergesellschaft der spanischen Airline Spanair, suchte im vergangenen Jahr vergeblich nach einem Käufer für ihre Tochterfirma. Zwar signalisierten mehrere Airlines, darunter Zeitungsberichten zufolge auch Lufthansa, ihr Interesse und ließen sich von SAS die Unterlagen schicken. Ein konkretes Angebot unterbreitete lediglich die spanische Nummer eins, Iberia, mit angeblich 300 Millionen Euro.

Im ersten Quartal dieses Jahres sollte der Deal perfekt sein - doch dann stiegen die Kerosinpreise in gigantischen Schritten, die Flugbranche brach ein, alle Interessenten winkten ab.

Vor vier Wochen kam dann die Mitteilung, mit der in der Branche schon gerechnet wurde: SAS kündigte an, rund 2500 Stellen streichen zu wollen - davon allein 1100 bei Spanair. Dabei hat die spanische Tochter insgesamt nur 3800 Mitarbeiter. Außerdem soll ein Fünftel des Streckennetzes gestrichen werden, unter anderen Verbindungen zwischen Madrid und München und Wien sowie zwischen Barcelona und Zürich. Ziel von Spanair ist es, rund 90 Millionen Kosten im Jahr zu sparen. Die Sparmaßnahmen waren dringend nötig - allein im ersten Quartal dieses Jahres schrieb Spanair Verluste in Höhe von 41 Millionen Euro.

Spanair hat nach eigenen Angaben insgesamt 65 Flugzeuge, darunter 36 von McDonnell Douglas (MD), 17 Airbus A320, fünf Airbus A321 und sieben Boeing 717. Die verunglückte Maschine ist eine von neun MD-82.

kaz

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