Hamburg - Die Manipulationen deutscher Bankautomaten, durch die Betrüger in den vergangenen Monaten Tausende Konten geplündert haben, ließen sich nach Ansicht des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen leicht verhindern. Doch viele Kreditinstitute scheuen offenbar die zusätzlichen Kosten.
Verbandschef Gerd Billen fordert im Gespräch mit dem SPIEGEL, Banken und Sparkassen müssten "endlich alle Anstrengungen" unternehmen, um das "Skimming" zu erschweren, das Ausspähen von Kundendaten mit falschen Lesegeräten und Tastaturen. Schon seit Jahren gibt es "Anti-Skimming-Module", die nicht einmal tausend Euro kosten.
Die Apparaturen machen das Kopieren der Magnetstreifen von Bankkarten unmöglich und hätten fast alle Skimming-Attacken der vergangenen Monate verhindert. Experten schätzen, dass nicht einmal 20 Prozent der 54.000 deutschen Geldautomaten mit entsprechenden Geräten ausgerüstet sind.
Dabei ist das Phänomen "Skimming" seit Jahren bekannt. Allein im ersten Halbjahr 2008 wurden 431 Automaten manipuliert - fast so viele wie im gesamten Vorjahr, sagt Margit Schneider von der Euro Kartensysteme GmbH dem SPIEGEL. Die Firma bearbeitet als Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Kreditinstitute die Betrugsfälle.
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