Düsseldorf - Hohe Gewinne der Unternehmen und deutliche Lohnsteigerungen zahlen sich aus: Etwa 7,3 Milliarden Euro sind Bund, Länder, Gemeinden und Sozialkassen im ersten Halbjahr 2008 im Plus. Das berichtet das "Handelsblatt" und beruft sich dabei auf Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW). Der Überschuss beträgt damit noch einmal vier Milliarden Euro mehr als im Vorjahr und entspricht 0,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
Nach den Angaben des IfW hat sich die Lage bei Bund, Ländern und Gemeinden im Vergleich zum Vorjahr kräftig gebessert. Am Dienstag wird das Statistische Bundesamt die amtliche Zahl veröffentlichen.
Verantwortlich für den Überschuss sind vor allem die höheren Steuereinnahmen im ersten Halbjahr 2008. Besonders an Lohn- und Unternehmenssteuern legten Bund und Länder zu. Schlechter als im Vorjahr entwickelten sich allerdings die Finanzen der Sozialkassen: Die gesetzliche Krankenversicherung sei teilweise in den roten Zahlen, schreibt das Blatt.
Der Steuerboom werde jedoch im zweiten Halbjahr abflauen, warnen die IfW-Experten: Dann droht ein Mini-Defizit von 380 Millionen Euro. Im Gesamtjahr werde sich das Plus dann auf annähernd sieben Milliarden belaufen, prognostizieren die Experten. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatte im Frühjahr für das Gesamtjahr eine Defizitquote von 0,5 Prozent an die EU-Kommission gemeldet. Nun wird eine deutlich verbesserte Quote erwartet.
cvk/AFP
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