Wirtschaft



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25.08.2008
 

Konjunkturprogramm

China pumpt Milliarden in die Wirtschaft

Nach den Olympischen Spielen werden Chinas Probleme deutlich: Die Wirtschaft im Reich der Mitte schwächelt. Das Land braucht aber hohe Wachstumsraten, um Millionen Wanderarbeitern Jobs zu bieten. Jetzt soll ein Konjunkturpaket den Boom am Leben halten.

Peking - Staatsgelder sollen die chinesische Wirtschaft retten: Die kommunistische Regierung will ein Konjunkturpaket von rund 37 Milliarden Euro verabschieden. Das Sofortprogramm soll die Wirtschaft mit Hilfe von Steuererleichterungen und höheren Staatsausgaben ankurbeln, berichtet die staatliche Wochenzeitung "Economic Observer" am Montag. Das Programm sei unter anderem dazu gedacht, kleinen Unternehmen zu helfen, gab die chinesische Regierung bekannt.

Textilfabrik in China: Acht Prozent Wachstumen wären eine Rezession
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REUTERS

Textilfabrik in China: Acht Prozent Wachstumen wären eine Rezession

Nach dem Ende der Olympischen Spiele steht China vor einer großen Herausforderung: Der Wirtschaftsboom in der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt neigt sich dem Ende zu. "Die chinesische Wirtschaft schwächelt nach den Spielen nicht, weil Olympia vorbei ist, sondern weil sie von weltweiten Kräften nach unten gezogen wird", sagte der Analyst Don Straszheim, Vizechef von Roth Capital. "Die Daten werden für den Rest dieses Jahres und bis ins kommende Jahr hinein schrecklich aussehen."

Für europäische Verhältnisse erscheinen die chinesischen Wachstumsraten immer noch fabelhaft: Im zweiten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt um 10,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Allerdings verringert sich das Wirtschaftswachstum damit zum vierten Mal in Folge. Und China braucht hohe Wachstumsraten, um Jobs für Millionen von Wanderarbeitern zu sichern, die jährlich von den ländlichen Gebieten in die Städte ziehen.

"Für China wären schon acht Prozent Wachstum zu wenig", sagte James McCormack, Asien-Experte der Ratingagentur Fitch der "Financial Times Deutschland". Eine solche Rate käme einer Rezession gleich, ergänzt Toa Dong von Credit Suisse.

Die Aufgaben, vor denen die chinesische Führung steht, sind enorm: Bis 2030 müssen die Städte nach Einschätzung von Analysten der Deutschen Bank für mindestens 350 Millionen neue Einwohner umgebaut werden - das bedeutet neuen Wohnraum, mehrere Milliarden Quadratmeter Bürofläche, funktionierende Wasser- und Abwassersysteme, neue Schulen, Transportmittel und hunderte Kraftwerke.

Bislang gibt es in vielen Gebieten des Landes weder moderne Wohnungen noch sauberes Trinkwasser. Die stark wachsenden Städte leiden unter dem Smog. Deshalb wäre ein funktionierendes Verkehrssystem dringend nötig. Zudem ist die Eisenbahn überlastet und die Stromversorgung marode.

Die dringend notwendigen Investitionen in die Infrastruktur könnten auch die Wirtschaft ankurbeln. "Nach unserer Einschätzung kann die Regierung einige Hebel bewegen, um das Wachstum im zweiten Halbjahr und 2009 bei etwa zehn Prozent zu halten", sagte Ökonom Huw McKay von der Australischen Bank Westpac.

cvk/Reuters/AFP

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