Berlin - Auf die Deutschen kommen neue Kosten zu. Da die gesetzlichen Krankenkassen Verluste schreiben, rechnen Experten damit, dass die Beiträge für Verbraucher bald steigen dürften.
Die gesetzlichen Krankenkassen haben das erste Halbjahr mit einem Minus von mindestens 800 Millionen Euro abgeschlossen. Nach Ersatz- und Innungskrankenkassen meldeten auch die mehr als 170 Betriebskrankenkassen zum Halbjahr ein Defizit. Dieses belaufe sich auf 277 Millionen Euro, sagte eine Sprecherin des BKK-Spitzenverbandes. Das Ergebnis fiel um 91 Millionen Euro schlechter aus als vor einem Jahr.
Die Zahlen der ersten sechs Monate sind in diesem Jahr von besonderer Bedeutung, da sie die Basis für die Festsetzung des bundeseinheitlichen Beitragssatzes für den Gesundheitsfonds bilden. Die Bundesregierung muss den Satz im Oktober festsetzen.
Kassenexperten gehen mittlerweile davon aus, dass er bis zu 15,8 Prozent betragen könnte. Die Kassen stehen wegen der Kostensteigerungen für Medikamente, Klinikaufenthalte, Krankengeld und Vorsorgeleistungen finanziell unter Druck. Auch die am Donnerstag vereinbarte Erhöhung der Arzt-Honorare um rund 2,5 Milliarden Euro trägt zur Kostensteigerung bei.
Die Ersatzkassen rutschten im ersten Halbjahr mit 328 Millionen Euro ins Minus. Das Defizit von Barmer, DAK und Co lag damit mehr als drei Mal so hoch wie vor einem Jahr. Ein ähnliches Bild zeigte sich bei den Innungskrankenkassen (IKK), die mit 216 Millionen Euro in den roten Zahlen sind. Dagegen haben die 15 Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) im zweiten Quartal ihr Minus in ein leichtes Plus von zehn Millionen Euro umwandeln können. Die Bundesknappschaft lag mit 59 Millionen Euro im Minus.
Am Ende des ersten Quartals hatten die Kassen insgesamt noch mit mehr als einer Milliarde Euro im Minus gelegen. Das genaue Gesamtergebnis wird voraussichtlich kommende Woche vom Gesundheitsministerium veröffentlicht.
ssu/Reuters
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