Paris/London - Die Börsen in Asien haben vorgelegt - nun schießen auch die Kurse an europäischen Börsen in die Höhe: Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 sprang am Montag um 4,22 Prozent auf 3320 Zähler. Der Stoxx 50, der auch nicht in Euro notierte Standardwerte aus Europa enthält, zog deshalb um 3,95 Prozent auf 2863 Punkte an. Der Londoner Index FTSE 100 legte um 3,80 Prozent auf 5439 Punkte zu, der französische CAC-40-Index kletterte um 4,38 Prozent nach oben.
Der Grund für die gute Laune: Die US-Regierung hatte am Wochenende die beiden größten Baufinanzierer des Landes, Fannie Mae
Auch der Dax profitierte kräftig davon: Das Börsenbarometer der 30 größten deutschen Aktiengesellschaften legte am Montagmittag um 3,15 Prozent auf 6320 Punkte zu. In der vergangenen Woche hatte der Dax allerdings auch fast fünf Prozent verloren. An der Spitze waren vor allem Finanztitel: Die Deutsche Bank legte am Vormittag 8,3 Prozent zu, die Allianz knapp sieben Prozent, die Commerzbank vier Prozent.
Auch an Asiens Börsen schossen die Kurse in die Höhe: Um mehr als drei Prozent legten die Indizes in Tokio, Südkorea, Singapur und Australien zu. Der 225 führende Werte umfassende japanische Nikkei
stieg bis zur Handelsmitte rasant um 3,59 Prozent.
"Die Aktion der US-Regierung hat den Märkten Vertrauen geschenkt", sagte John Longo, Professor an der Rutgers Business School, der BBC. "Es wäre noch besser gewesen, wenn sie früher gehandelt hätte."
Mit der staatlichen Übernahme solle noch größere Unruhe auf den amerikanischen und den weltweiten Finanzmärkten vermieden werden, sagte US-Finanzminister Henry Paulson. Die beiden Unternehmen seien "so groß und so mit dem Finanzsystem verwoben", dass das Scheitern eines der beiden große Unruhe auf unseren Finanzmarkt hier und in der ganzen Welt auslösen würde. Die Institute sollen mindestens ein Jahr staatlich geführt werden.
Die Rettungsaktion wird viele Milliarden Dollar kosten - aufbringen muss das Geld der Steuerzahler. Die beiden Hypothekenfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae haben während der Finanzmarktkrise zusammen Schuldverschreibungen über 5500 Milliarden US-Dollar angehäuft - das entspricht dem Doppelten des deutschen Bruttoinlandsprodukts.
Zwar hegen manche Börsianer nun die Hoffnung auf ein Ende der Finanzkrise - manche sind jedoch skeptisch: "Es ist kein Allheilmittel und sicherlich noch nicht der Anfang vom Ende der Krise, dürfte aber kurzfristig Stabilität bringen," sagte Warren Hogan von der australischen ANZ-Bank der BBC.
cvk/dpa/AP
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