München - Der Chef des Pay-TV-Senders Premiere, Michael Börnicke, ist zurückgetreten. Der Aufsichtsrat hat ihn am Mittwoch auf eigenen Wunsch freigestellt, wie das Unternehmen mitteilte. Börnicke erklärte seinen Rückzug mit persönlichen Gründen.
Premiere-Chef Michael Börnicke: Rücktritt nach Millionenverlusten
Der Konzern, zu dem auch das "Wall Street Journal" gehört, hält derzeit 25,01 Prozent an Premiere und kontrolliert damit eine Sperrminorität, mit der er wichtige Beschlüsse auf Hauptversammlungen blockieren kann.
Börnicke hatte erst vor gut einem Jahr das Steuer bei Premiere von seinem Vorgänger Georg Kofler übernommen. Die Probleme wurden seither aber nicht kleiner. Neben hohen Kosten für den Rückkauf der Bundesliga-Rechte vom einstigen Rivalen arena kämpfte der Sender vor allem auch mit zahlreichen Schwarzsehern. Anfang August hatte Premiere von weiteren Verlusten im zweiten Quartal berichtet. Der Umsatz stieg um 18,9 Prozent auf 272 Millionen Euro, die operativen Kosten allerdings um 19,3 Prozent auf 261 Millionen.
Noch auf der Hauptversammlung des Unternehmens im Juni hatte Börnicke ehrgeizige Wachstumsziele für den Sender ausgegeben. So sollte der Umsatz bis 2012 auf zwei bis drei Milliarden Euro klettern. Die Zahl der Kunden sollte bis dahin bei bis zu zehn Millionen liegen. Im vergangenen Jahr hatte Premiere mit insgesamt 4,3 Millionen Kunden einen Umsatz von knapp einer Milliarde Euro erwirtschaftet.
amz/AP/dpa
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