Wirtschaft



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12.09.2008
 

Energie

Ölpreis fällt unter 100-Dollar-Marke

Entspannung am Energiemarkt: Der Ölpreis ist auf dem New Yorker Rohstoffmarkt zum ersten Mal seit April unter die Marke von hundert Dollar pro Barrel gefallen. Der ADAC kritisierte den dennoch hohen Benzinpreis von durchschnittlich 1,48 Euro.

New York - Der Preis für ein Fass (159 Liter) der Referenzsorte Sweet Light Crude fiel zeitweise auf 99,99 Dollar; zuletzt hatte der Ölpreis am 1. April unter der 100-Dollar-Schwelle gelegen. In London hatte der Barrel-Preis bereits am Dienstag kurzzeitig diese Marke unterschritten. Die für Europa wichtige Nordsee-Ölsorte Brent pendelte am Freitag im Londoner Handel um die 99-Dollar-Marke.

Zapfpistole in Virginia: Hoher Benzinpreis trotz fallendem Ölpreis
REUTERS

Zapfpistole in Virginia: Hoher Benzinpreis trotz fallendem Ölpreis

In der Preisentwicklung spiegelte sich die Erwartung der Händler wider, dass der Hurrikan "Ike" anders als zunächst befürchtet nicht die Ölförderanlagen im Golf von Mexiko treffen werde. Der Abwärtstrend wird zudem durch die weltweite Konjunkturabschwächung befördert, die eine verringerte Nachfrage nach Öl wahrscheinlich macht.

Anlässlich der Entspannung am Energiemarkt kritisierte der ADAC den hohen Benzinpreis. Obwohl der Ölpreis unter 100 Dollar gesunken sei, sei der Preis für Super am Freitag im bundesweiten Durchschnitt auf gut 1,48 Euro geklettert, erklärte der Automobilclub. Ein Liter Diesel kostete 1,38 Euro. Derzeit müsste Kraftstoff nach ADAC-Berechnungen unter Berücksichtigung der Dollarentwicklung der letzten Wochen um rund drei Cent günstiger sein.

Der ADAC-Vizepräsident für Verkehr, Ulrich Klaus Becker, kritisierte die aktuelle Preisrunde der Mineralölwirtschaft: "Man bekommt den Eindruck, dass die vielen Pendler und Wochenendreisenden für zusätzliche Gewinne der Konzerne herhalten müssen." Es sei schwer zu verstehen, warum sinkende Ölpreise nicht so schnell an die Autofahrer weitergegeben würden wie steigende.

Die hohen Spritreise in Deutschland schlagen sich im Absatz nieder: Im August verkauften Tankstellen insgesamt gut 1,7 Millionen Tonnen Normal- und Superkraftstoff und damit 7,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) mitteilte. Der Dieselabsatz ging demnach um 3,8 Prozent auf rund 2,5 Millionen Tonnen zurück.

Insgesamt ist der Verkauf von Mineralölprodukten laut MWV um 2,9 Prozent gestiegen. Dabei schlug vor allem das leichte Heizöl zu Buche, das im Vergleich zu August 2007 um 25,6 Prozent auf 2 Millionen Tonnen zulegte. Dieser Anstieg ist laut MWV auf das besonders schwache Vorjahr zurückzuführen: Nach der Mehrwertsteuer-Erhöhung Anfang 2007 war der Absatz massiv eingebrochen.

ssu/AFP/AP/dpa

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