Osnabrück/Hannover - Der Stellenabbau bei Karmann geht weiter: Mehr als 1700 Arbeitsplätze werden vermutlich gestrichen, die Kernsparte Automobil-Auftragsfertigung fällt weg. Das Osnabrücker Unternehmen werde sich auf Cabriodächer und Entwicklungsdienstleistungen für die Autoindustrie konzentrieren, teilte Geschäftsführer Peter Harbig am Donnerstag in Osnabrück mit. Der Umsatz schrumpfe dadurch um eine Milliarde auf rund 500 Millionen Euro.
Die Anlagen für die Auftragsfertigung sollen allerdings noch bis zum nächsten Sommer bestehen bleiben, um sie schnell wieder anwerfen zu können, wenn doch noch ein Auftrag hereinkommen sollte. Auch sei Karmann weiter offen für Partner oder neue Eigentümer in diesem Bereich.
Die Mitarbeiterzahl reduziert sich durch die Schrumpfkur erneut drastisch. "Es werden weitere 1275 bis 1725 Stellen gestrichen", sagte ein Firmensprecher. Dadurch könnte sich die Belegschaft am Stammsitz auf bis zu 1650 Mitarbeiter reduzieren. Schon die vorherige Stellenstreichungsrunde kostete zahlreiche Beschäftigte den Job: Hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr noch knapp 7000 Mitarbeiter weltweit, davon 4200 am Stammsitz, sind es global ab Oktober nur noch 4500.
Verhandlungen über einen Sozialplan seien am Donnerstag aufgenommen worden, teilte Karmann mit. Die Hoffnung auf einen Auftrag und auf einen Investor zur Rettung eines Teils der Arbeitsplätze werde aber nicht aufgegeben.
Der in den fünfziger Jahren durch den legendären Ghia bekannt gewordene Autobauer hatte sich seit längerem erfolglos um Anschlussaufträge bemüht. Zuletzt hatte die Firma einen herben Rückschlag erlitten, da Volkswagen sein geplantes Golf Cabriolet nicht in Osnabrück fertigen wird.
ffr/Reuters/dpa
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