Von Julia Jüttner und Christian Lukas
Hamburg - AIG-Chef Robert Willumstad gibt sich einsichtig: Sein Rettungsplan für den angeschlagenen Versicherungsgiganten sei gescheitert, eine Abfindung habe er nicht verdient. Tatsächlich gehört AIG jetzt der US-Regierung und Willumstad verzichtet freiwillig auf 22 Millionen Dollar.
AIG zählt zu den prominenten Opfern der jüngsten Börsenturbulenz. Tatsächlich gab es kein Halten mehr: Im Strudel der Finanzkrise brachen große Investmentbanken und Hypothekenfinanzierer gleich reihenweise zusammen. Milliardenschwere Rettungsaktionen sollen das System vor dem Zusammenbruch bewahren - die Zeche bezahlt der Steuerzahler.
Der Kehraus trifft auch andere Spitzenkräfte der fallierten Wall-Street-Giganten. Die ehemals allmächtigen Chefs von Lehman Brothers und Co. mussten im Zuge der Misere ihre Posten abgeben. Das Krisenmanagement übernehmen andere. Die Existenz der gefeuerten Bankenbosse ist zwar erschüttert, ruiniert sind sie jedoch noch lange nicht.
Merrill-Lynch-Chef John Thain etwa soll nach Angaben von Experten eine 50-Millionen-Dollar-Abfindung kassieren. Sein Vorgänger, der gescheiterte Stratege Stanley O'Neill, wurde im Vorjahr sogar mit 162 Millionen Dollar in den Ruhestand geschickt.
Andere wurden dagegen für ihre Fehlleistungen abgestraft. Die Lenker der Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac gehen ohne Kompensation.
SPIEGEL ONLINE stellt die Finanzbosse vor.
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles zum Thema Finanzkrise ab 2007 | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH