Wirtschaft



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25.09.2008
 

Finanzkrise

Börsianer fiebern Rettungspaket der US-Regierung entgegen

Showdown in Washington: Republikaner und Demokraten sind auf dem besten Weg, sich auf das größte Rettungsprogramm der Finanzgeschichte zu einigen. Die schrittweise Annäherung im Kongress gibt den Märkten Aufschwung - an den Börsen wächst die Hoffnung auf Kursgewinne.

New York/Washington - Es war die Hoffnung auf die baldige Verabschiedung des Rettungspakets, die die US-Börsen am Donnerstag zum Handelsauftakt antrieb. Der Dow Jones-Index Chart zeigen der Standardwerte stieg zu Beginn des Handels um 0,8 Prozent auf 10.908 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 0,9 Prozent auf 1195 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq Composite Chart zeigen legte um 0,7 Prozent auf 2170 Punkte zu.

Händler an der New Yorker Börse: Hoffen auf Einigung am Wochenende
AP

Händler an der New Yorker Börse: Hoffen auf Einigung am Wochenende

Auch der Deutsche Aktienmarkt schloss mit kräftigen Gewinnen. Der Dax Chart zeigen kletterte um 1,99 Prozent auf 6173,03 Zähler. Für den MDax Chart zeigen mittelgroßer Werte ging es um 0,70 Prozent auf 447,25 Punkte hoch. Der TecDax Chart zeigen legte um 1,34 Prozent auf 750,53 Zähler zu.

Im US-Kongress hatte sich zuvor eine zügige Verabschiedung des Rettungspakets abgezeichnet. Republikaner und Demokraten legten ihren Streit in wichtigen Fragen bei und bewegten sich deutlich aufeinander zu. Der einflussreiche demokratische Vorsitzende des Bankenausschusses im Senat, Christopher Dodd, äußerte sich am Mittwochabend zuversichtlich, dass noch vor dem Wochenende eine Einigung erzielt werden könne. Sein Kollege Paul Kanjorski von den Republikanern sprach von "riesigen Fortschritten".

Auch im Repräsentantenhaus erwarteten Demokraten die baldige Verabschiedung eines Rettungspaketes. Der demokratische Vorsitzende des dortigen Finanzmarktausschusses, Barney Frank, sagte, es gebe genügend Stimmen, um einen Vorschlag zu verabschieden. Zwar müssten noch einige Details geklärt werden, dies könne jedoch schnell geschehen. Viele Abgeordnete hatten der Regierung zunächst einen Blankoscheck verweigert und mehr Sicherheiten für das Geld der Steuerzahler gefordert. Finanzminister Henry Paulson hatte sich daraufhin bereit erklärt, die Managergehälter bei Firmen zu begrenzen, die Hilfen der US-Regierung in Anspruch nähmen.

George W. Bush rief die beiden Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain für Donnerstag zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen, um letzte Einzelheiten zu klären. Der US-Präsident hatte am Vorabend vor den dramatischen Konsequenzen der Finanzkrise für alle Amerikaner gewarnt. Falls sich Kongress und Regierung nicht "so schnell wie möglich" auf das Maßnahmenpaket einigten, drohe eine "schmerzhafte Rezession" mit kaum absehbaren Folgen.

Bei den Bürgern warb er mit drastischen Bildern um Unterstützung für die Rettungsaktion, die mit umgerechnet 2300 Dollar je US-Einwohner teurer werden könnte als der gesamte Krieg im Irak. "Weite Teile des amerikanischen Finanzsystems drohen zusammenzubrechen", sagte Bush. Ohne das Hilfspaket sei eine lange und tiefe Rezession unausweichlich, deshalb gebe es keine Alternative.

In einem außergewöhnlichen Schritt sprachen sich die beiden Kandidaten Obama und McCain in einer gemeinsamen Erklärung für das Rettungspaket aus. Sie bemängelten den Plan der Regierung zwar als "fehlerhaft", mahnten ihre Parteikollegen jedoch gleichzeitig zu einer Einigung. "Die Arbeitsplätze, Ersparnisse und der Wohlstand des amerikanischen Volkes stehen auf dem Spiel", erklärten die beiden Politiker. "Wir dürfen eine wirtschaftliche Katastrophe nicht riskieren."

Erste Anzeichen für die krisenhafte Entwicklung zeichnen sich bereits ab. So stieg die Zahl der US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche auf 493.000, von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte hatten lediglich mit 448.000 neuen Anträgen gerechnet. Auch die Konsumgüternachfrage im August ging deutlicher zurück als erwartet. "Die Daten zur Konsumgüternachfrage und Arbeitslosigkeit heute Morgen waren sicherlich schwach.

Das kommt aber nicht völlig überraschend, da sich die Wirtschaft im zweiten Quartal voraussichtlich abschwächen wird", sagte Michael Sheldon von RDM Financial. "Die wichtigere Frage zurzeit ist aber, ob das Rettungspaket der Regierung schnell verabschiedet wird - und es ist wahrscheinlich, dass dies bis zum Wochenende passiert."

Auch auf andere Weise ist die Finanzkrise längst in der Realwirtschaft angekommen: Der US-Industriegigant General Electric Chart zeigen etwa schraubte seine Gewinnziele für das laufende Quartal und das Gesamtjahr nach unten und kündigte an, ein Aktienrückkaufprogramm auszusetzen. Die Aktie gab daraufhin zum Handelsstart rund drei Prozent nach.

mik/Reuters/dpa-AFX

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