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30.09.2008
 

Finanzkrise

Der Bankencrash - eine Chance für Deutschland

2. Teil: Die Globalökonomie steht nicht am Abgrund

Das gilt aber auch für die in jüngerer Vergangenheit so erfolgreichen deutschen Exporteure. Die Nachfrage nach ihren qualitativ hochwertigen Investitionsgütern wird sich auf hohem Niveau stabilisieren. Wenn der Dollar als Folge der rezessiven US-Wirtschaft weiter an Wert verliert, wachsen die Probleme für deutsche Exporteure noch einmal an.

Aber dank der Technologieführerschaft, die viele deutsche Weltmarktführer auszeichnet, wird ein Überwälzen zusätzlicher Kosten auf die Nachfrage leichter fallen als bei ausländischen Konkurrenten. Gerade deswegen gehen deutsche Firmen mit einer gestärkten und nicht etwa geschwächten internationalen Wettbewerbsfähigkeit aus den tektonischen Verschiebungen der Finanzmarktkrise hervor.

Das ist nur eines der weniger sichtbaren, aber deswegen nicht minder guten Argumente, die auf eine Stabilisierung und spätere Besserung für die hiesige Wirtschaft hoffen lassen.

Dabei gilt: Die Globalökonomie steht nicht am Abgrund. Sie ist bei allen Gefahren stabil. Das ist nicht zuletzt der Globalisierung zu verdanken. Sie hat dafür gesorgt, dass die Welt nicht mehr einzig und allein vom Wohl der USA abhängt. Heute ruht die Weltwirtschaft auf mehreren Pfeilern. Dazu gehören Südostasien mit Japan, China und Indien. Dazu zählen rohstoffexportierende Länder wie Russland oder die arabischen Staaten.

Und auch die deutsche Konjunktur bricht nicht in sich zusammen. Sie beruhigt sich, wenn auch auf deutlich geringerem Niveau als in den letzten zwei Jahren. Die Finanzmarktkrise hat die deutsche Wirtschaft im besten aller schlechten Momente getroffen. Der seit 2006 dauernde konjunkturelle Aufschwung hat zusammen mit den positiven Langzeitwirkungen der Agenda 2010 zu einem starken Beschäftigungsaufbau geführt.

Heute können mehr Menschen als jemals zuvor im wiedervereinten Deutschland durch eigene Arbeit ihr Einkommen erwirtschaften. Manche mögen hier einwerfen, dass es sich vielfach um "atypische" oder gar "nicht normale", weil nicht unbefristete Vollzeitbeschäftigungsverhältnisse handele. Aber neue Zeiten in Wirtschaft und Gesellschaft machen auch neue Arbeitsweisen erforderlich.

Solange im laufenden Winterhalbjahr nur der weitere Beschäftigungsaufbau ins Stocken kommt und die Arbeitslosigkeit nicht über das saisonal zu erwartende Maß hinaus ansteigt, steht Deutschland lediglich eine kürzere Wachstumsdelle, nicht aber eine anhaltende Rezession bevor. Gegen Jahresmitte 2009 dürfte die Konjunkturflaute überwunden sein. Deshalb ist es richtig, dass die Bundesregierung ruhig bei ihrem langfristigen Stabilisierungskurs bleibt und auf überstürzte politische Aktionen verzichtet.

Einschneidender als die negativen Konjunktureffekte dürften die langfristigen strukturellen Folgen der Finanzkrise sein. Die Bankenpleiten haben das ohnehin in weiten Teilen der Bevölkerung begrenzte Vertrauen in den Kapitalismus erschüttert. Sie liefern allen Kritikern eine argumentative Steilvorlage. Das wird zu einer Re-Regulierungswelle führen, die wohl nicht nur die Finanzmärkte weiter in die Hände des Staates treibt. Zu offensichtlich war das Marktversagen, das am Schluss zu einer Verstaatlichung des amerikanischen Finanzplatzes geführt hat.

Wen immer welche Schuld trifft, und unabhängig ob es zu einem beispiellosen staatlichen Rettungsprogramm eine Alternative gegeben hätte oder nicht: Es kann nicht sein, dass am Ende faule Kredite in einer "Bad Bank" gesammelt und durch Staatsgelder garantiert werden. Wenn Regierungen private Risiken staatlich absichern, trennen sie Haftung und Verantwortung. Die Sozialisierung von Verlusten in schlechten Zeiten ist das Ende marktwirtschaftlicher Prinzipien. Das darf sich nicht wiederholen. Daraus folgt jedoch nicht notwendigerweise mehr Regulierung. Sicher aber müssen die Regeln für Finanzgeschäfte besser werden.

Schließlich jedoch ist die Schwäche der Wall Street eine Chance für Europa. Europäische Geschäftsmodelle mit traditionellen Universalbanken und eigentümergeführten Privatbanken dürften die untergegangenen Investmentbanken beerben. Damit profitieren Finanzinstitute, bei denen Verantwortung und Haftung untrennbar miteinander verschmolzen sind. Für Deutschland sind das keine schlechten Aussichten, aus der Finanzmarktkrise gestärkt hervorzugehen.

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Die neuesten Beiträge:
16.10.2008 von FAKT: Experten

Ja, das sind Experten ! Das müssen Experten sein, bei den Gehältern und dem geballten Fachwissen ! Die Kanzlerin ist da, auf der Gehaltsleiter allerdings nur ne kleine Expertin - aber der Wirtschaftsclown ist noch kleiner :-) mehr...

16.10.2008 von DoubleU: Fundstück

Ein echter Experte dieser Thomas Straubhaar. Ich bin auf diesen Thread durch Zufall in meinen Thread-Abos gestoßen. Unglaublich welche Spinner glaubhaft versichern Experten zu sein. Es gibt ja ohnehin sehr viele neue Experten [...] mehr...

02.10.2008 von lillith-die-erste: DIE Chance für Neuanfang!

1.Ein umlagefinanziertes System im Krankenversicherungsbereich führt dazu, dass die Gesundem die Kranken finanzieren müssen. Nein! So nicht mehr! 2.Umlagefinanzierung nur im Vorsorgebereich wenn überhaupt besser: 3.nur private [...] mehr...

02.10.2008 von lillith-die-erste: Endlich!

Also zusammengefasst das System ist fertig! (Kapitalismus mit seinem Geldsystem und Politik aufgrund verschiedener Systemfehler) Endlich allgemein erkannt! Mann und Frau dürfen nun ein neues System erarbeiten! Oder auf [...] mehr...

02.10.2008 von MarkH: ooo

Deutschland hat global gesehen die grössten Probleme. 1. keine Rohstoffe (Deckung) 2. keine Demographie (Investition) mehr...

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