Krefeld - Die Discount-Zahnarztkette McZahn steht vor dem Aus: Der Antrag auf Insolvenz wurde bereits am Montag eingereicht, wie aus einem Eintrag beim Handelsregister Krefeld hervorgeht. Das skandalumwitterte Unternehmen ist damit am Ende.
Nach einem Bericht der "Rheinischen Post" sind neue Vorwürfe gegen die Firma aufgetaucht. Angeblich habe das Unternehmen versucht, vor dem Insolvenzantrag den Markennamen McZahn und Gelder auf einen Anteilseigner zu übertragen, schreibt die Zeitung.
Die Staatsanwaltschaft Wuppertal ermittelt laut früheren Angaben bereits gegen McZahn wegen des Verdachts des Betrugs und der Urkundenfälschung. Das Unternehmen soll gefälschte Zertifikate für Zahnersatz aus China bei den Kassen eingereicht haben. Dabei soll ein Schaden von 860.000 Euro entstanden sein. Der Kaufmann Werner Brandenbusch und der Zahnarzt Oliver Desch hatten sich viel vorgenommen, als sie die Aktiengesellschaft McZahn im April 2006 gründeten: Sie wollten Zahnersatz für jeden erschwinglich machen. Das Geschäftsmodell des Zahn-Discounters war einfach. In China wurde billiger Zahnersatz gefertigt und nach Deutschland importiert. Für die Patienten bedeutet das: Der normalerweise teuere Zahnersatz wurde günstiger oder war sogar kostenlos. Dentallabore, die mit Billigware aus China arbeiten, gibt es in Deutschland schon länger. Neu war hingegen das McZahn-Franchise-Konzept.
Bis Ende 2006 wollten Brandenbusch und Desch 30 neue Praxen eröffnen, langfristig 400 in ganz Deutschland. Doch daraus wurde nichts: Bislang gab es gerade einmal sieben McZahn-Praxen.
cvk/dpa
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