Von Michael Kröger
Berlin - Gierige Wall-Street-Bosse, gierige Broker und unfähige Bankmanager haben das internationale Finanzsystem an den Abgrund geführt. Doch erst seit wenigen Tagen ist die Krise für den einfachen Privatanleger konkret - mit dem Beinahe-Kollaps der Münchner Hypo Real Estate ist die Finanzkrise endgültig in Deutschland angekommen. Dass auch Kleinsparer deshalb viel Geld verlieren können, das zeigt der Fall der Berliner Rentnerin Ingrid Otto: Bei SPIEGEL ONLINE berichtete die 70-Jährige von ihren Erfahrungen mit einem "krisenfesten" Zertifikat. Der Anlagetipp ihres Bankberaters hatte sie ein Vermögen gekostet.
Börsenhändler: Risiken werden gerne im Kleingedruckten versteckt
Welchen Anlageformen ist überhaupt noch zu trauen? Diese Frage stellen sich Sparer überall. Selbst Pfandbriefe, einst als sicherer Hafen gehandelt, haben seit der Rettungsaktion für die HRE Glaubwürdigkeit eingebüßt.
Anlageberater raten dennoch dazu, einen kühlen Kopf zu bewahren. Denn auch, wenn die Risiken derzeit schwerer kalkulierbar geworden sind - am grundsätzlichen Charakter der einzelnen Anlageformen hat sich nichts geändert. Und ebenso wenig an der Grundformel: höhere Rendite, höheres Risiko.
Wer also sein Geld investieren will, sollte zunächst prüfen, welches Risiko er einzugehen bereit ist - und sich gleichzeitig eine Übersicht über die verschiedenen Konstruktionen der angebotenen Finanzprodukte machen. Diese lassen sich zunächst grob in vier Kategorien einteilen
Die Spareinlagen zählen ohne Zweifel zu den sichersten Geldanlagen. Die gesetzliche Einlagensicherung garantiert in Deutschland jedem Kunden den Schutz von 90 Prozent seiner Einlagen bis zu 20.000 Euro. Viele Institute haben sich darüber hinaus freiwillig abgesichert. Bei den Volks- und Raiffeisenbanken und Sparkassen ist die Absicherung - anders als im privaten Bereich - nicht gedeckelt. Egal, wie viel auf dem Konto einer Sparkasse liegt - streckt das Institut die Waffen, kommt die Branche für alles auf, was eingezahlt war. Das gilt für Sicht-, Termin- und Spareinlagen oder namentlich gekennzeichnete Sparbriefe.
Den gleichen Schutz genießen auch Lebensversicherungen, zumindest was die garantierte Versicherungsumme betrifft. Die Überschussbeteiligung dagegen kann variieren, je nachdem wie erfolgreich der Versicherer mit dem Anlagevermögen umgegangen ist.
Die anderen Geldanlagen bieten dagegen ein deutlich größeres Risiko, das in allen Fällen bis hin zum Totalausfall reichen kann. Die Unterschiede der einzelnen Papiere sind gewaltig, nicht nur was die Gewinnchancen betrifft. Auch in rechtlicher Hinsicht liegen Welten dazwischen. SPIEGEL ONLINE hat die wichtigsten Anlageformen zusammengestellt und ihre Chancen und Risiken analysiert.
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