Tokio - Der Nikkei-Index
brach zwischenzeitlich um fast zehn Prozent ein, nachdem Anleger aus Furcht vor weiteren Folgen der Finanzkrise ihre Papiere massenweise abstießen. Bis zum Handelsschluss erholte sich der Index wieder leicht auf ein Minus von 9,4 Prozent. Damit erlebte die Börse in Tokio ihren schlimmsten Tag seit dem "Schwarzen Montag" im Jahr 1987. Damals war der Nikkei-Index bis zum Handelsschluss um 14,9 Prozent gefallen.
Der Nikkei-Index, der 225 Werte umfasst, schloss bei 9203 Punkten und damit auf dem tiefsten Stand seit fünf Jahren. Der Crash im japanischen Leitindex sei durch Berichte über Toyota
Es ist erst der dritte schwere Crash in der Geschichte der Tokioter Börse, nachdem der Nikkei-Index bereits 1953 einmal um zehn Prozent gefallen war. Zuvor hatte bereits der Dow-Jones-Index
an der New Yorker Wall Street auf einem Fünfjahrestief geschlossen. Der Deutsche Aktienindex Dax
war am Dienstag auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren gefallen.
Die extrem negativen Vorgaben des US-Leitindexes Dow Jones ließen auch die anderen Börsen in Asien, aber auch in Australien einbrechen. Der südkoreanische Kospi-Index verlor 5,8 Prozent. Der Hang Seng
in Hongkong ging um 933 Punkte oder 5,6 Prozent auf 15.871 Punkte nach unten. Das war der tiefste Stand seit mehr als zwei Jahren. Der indische Leitindex Sensex an der Börse von Bombay verlor am Mittwoch zeitweise mehr als sieben Prozent. Der australische Index ASX 200 gab um deutlich mehr als vier Prozent nach.
Analysten rechnen nun auch mit weiteren deutlichen Verlusten am deutschen Aktienmarkt. "Es gibt große Angst, dass die Finanzkrise auf die Realwirtschaft durchschlägt und es zu einer Rezession kommt", sagte ein Börsianer. Banken und Brokerhäuser berechneten den Dax rund eine halbe Stunde vor Handelsbeginn 4,5 Prozent tiefer bei 5093 Zählern. Am Vortag hatte der Leitindex 1,1 Prozent abgegeben.
Am Vorabend hatten auch neue Hilfsmaßnahmen der US-Notenbank Federal Reserve die Sorgen der Anleger nicht zerstreut. Der Dow Jones schloss mit einem Minus von 5,1 Prozent bei 9447 Punkten.
Die Federal Reserve stellte im Kampf gegen die immer bedrohlichere Kreditklemme eine Zinssenkung in Aussicht. Sie will zudem erstmals Unternehmen aller Branchen Darlehen gewähren und so ein weiteres Übergreifen der Krise auf die Gesamtwirtschaft eindämmen. Nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds IWF kostet die US-Immobilienkrise die Finanzbranche weltweit 1,4 Billionen Dollar - weit mehr als bisher geschätzt. Nach den Bankenpleiten in Europa und den USA steht mit Island erstmals ein Staat vor dem Ruin. Vor allem Bankaktien verloren an den Weltbörsen am Dienstag weiter dramatisch an Wert.
kaz/dpa/dpa-AFX/Reuters
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