London - Die Angst an der Börse vor weiter fallenden Kursen treibt den Goldpreis massiv in die Höhe. Das Edelmetall gilt in Krisenzeiten als sichere Anlageform. Am Mittwoch stieg der Preis für eine Feinunze - das sind 31,1 Gramm - über 900 Dollar. Die Rekordmarke von 1000 Dollar vom vergangenen März ist damit zwar noch nicht erreicht. Wegen des inzwischen stärkeren Dollars ist Gold in der Eurozone allerdings inzwischen wieder etwa so teuer wie damals.
Im September hatte eine Unze zeitweise noch weniger als 750 Dollar gekostet.
Wegen der starken Nachfrage geht in Deutschland nun das Gold regelrecht aus. Immer mehr Anleger suchen angesichts der Finanzkrise Sicherheit im Edelmetall. Wie die "Berliner Zeitung" berichtet, werden Goldmünzen und -barren hierzulande zunehmend knapp, Händler nehmen schon keine Bestellungen mehr entgegen.
"Die Anfrage übersteigt bei weitem unsere Kapazitäten", sagte der Leiter der Berliner Filiale des Edelmetallhändlers Pro Aurum, Heiko Ganß, der Zeitung. Dasselbe Phänomen sei bundesweit bei Banken und Goldlieferanten zu beobachten. "Die Nachfrage kann momentan nicht mehr befriedigt werden", sagte ein Händler der Düsseldorfer WGZ-Bank.
"Wir werden totgeschlagen mit Aufträgen", sagte Gunter Siegel vom Goldhändler Westgold. Die Anfragen kämen von Privatpersonen und von Banken. Eine Angestellte des führenden Edelmetallhändlers Pro Aurum sagte, es würden keine Bestellungen mehr angenommen. Ihr Haus sei bereits "lahmgelegt" durch die vielen Anrufer, die Lager seien weitgehend leer.
Jochen Hitzfeld von der Hypovereinsbank sagte, es gebe bereits Wartelisten. "Das Angebot an bestimmten Produkten wie Barren zu 100, 250 und 500 Gramm ist vergriffen."
Auch bei den Lieferanten herrscht akute Knappheit an Goldbarren. "Die Nachfrage nach Gold als Geldanlage ist dramatisch gestiegen", sagte Stephan Henkel, Goldhändler bei Umicore, ein Unternehmen das Goldbarren und -münzen herstellt und vertreibt. "In den letzten Tagen ist sie förmlich explodiert." Die Lieferzeit betrage momentan zwei bis vier Wochen. "Derzeit ist die Nachfrage rund zehnmal so hoch wie zu normalen Zeiten", sagte Henkel.
cvk/dpa-AFX/AFP/ddp
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