Hamburg - Die Kritik ist angekommen - und die Telekom reagiert: Nach den Protesten gegen ihre ungenügende Informationspolitik kündigte Telekom-Chef René Obermann am Freitag an, einen eigenen Vorstandsposten für Datenschutz einzurichten. "Durch das neue Vorstandsressort stellen wir sicher, dass die notwendigen Maßnahmen zum Datenschutz zentral abgestimmt und konzernweit umgesetzt werden", sagte Obermann in Bonn.
Dem Aufsichtsrat solle ein entsprechender Vorschlag unterbreitet werden. Die Zahl der Vorstände stiege damit auf sieben. Am Wochenende hatte die Telekom einräumen müssen, dass bereits vor zwei Jahren Daten von 17 Millionen Handy-Kunden gestohlen worden waren. Obermann kündigte nun ein Maßnahmenpaket an, mit dem die Datensicherheit verbessert werden soll.
Ziel sei es zudem, mehr Transparenz zu gewährleisten. Zuletzt hatte es vermehrt Kritik gegeben, die Telekom habe zu spät über die Vorfälle informiert. Nach dem Datendiebstahl vor zwei Jahren war zwar die Staatsanwaltschaft informiert worden, die Öffentlichkeit allerdings erst nach einem Bericht des SPIEGEL am vergangenen Wochenende.
In der Spitzelaffäre hatte der Konzern erst im Mai eingeräumt, dass es 2005 und möglicherweise auch 2006 zu Fällen missbräuchlicher Nutzung von Verbindungsdaten gekommen war. Dafür habe es eine Reihe von Gründen gegeben. "Wir werden unsere Informationspolitik künftig anders ausrichten", sagte Obermann. Auf einer Internet-Seite soll in Zukunft über aktuelle, kritische Datenschutzvorgänge informiert werden. Die Kunden sollen informiert werden, sobald Missbrauch festgestellt werde. "Im Wettlauf mit Datenräubern wollen wir immer mindestens einen Schritt voraus sein", so Obermann.
cht/dpa-AFX/Reuters
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