Mittwoch, 10. Februar 2010

Wirtschaft



Finanzkrise

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10.10.2008
 

Finanzmarkt-Desaster

Heftige Kursschwankungen an der New Yorker Börse

Er verlor 500 Punkte in nur fünf Minuten, drehte kurz ins Plus - und rutschte dann wieder ab: Der US-Leitindex Dow Jones ist mit großen Kursschwankungen in den Handelstag gestartet. Händler sprachen von Panikverkäufen. Auch der Dax stürzte ab.

New York - Zwar hatten sich die Verluste im vorbörslichen Handel schon abgezeichnet, doch mit einem solchen Kursrutsch hatte die New Yorker Börse dann doch nicht gerechnet: Innerhalb der ersten Handelsminuten verlor der Dow-Jones-Index Chart zeigen 660 Punkte und stürzte zeitweise unter 8000 Zähler. Danach erholte sich der US-Leitindex vorübergehend leicht, bevor er sogar für einen kurzen Moment wieder ins Plus sprang. Gegen 17.00 Uhr lag er jedoch wieder mit knapp 200 Punkten im Minus. Der Technologieindex Nasdaq Chart zeigen verlor in den ersten Handelsminuten mehr als fünf Prozent, stabilisierte sich später aber bei minus 0,5 Prozent.

Börsenmakler Justin Bohan an der New Yorker NYSE: Dramatischer Kursrutsch in den ersten Minuten
AP

Börsenmakler Justin Bohan an der New Yorker NYSE: Dramatischer Kursrutsch in den ersten Minuten

Die extremen Schwankungen zeigen: Die Unsicherheit und Verluste der letzten Tage setzen sich fort. Erst am Donnerstag hatte der weltweit wichtigste Index bereits Rekordverluste verzeichnet und war zum ersten Mal seit fünf Jahren unter die Marke von 9000 Punkten gefallen. Auch in Europa setzte sich daraufhin die Talfahrt an den Aktienmärkten fort. Die Börsen in Frankfurt, Paris und London fielen kurzzeitig und verzeichneten Tagesverluste über zehn Prozent, erholten sich danach aber wieder leicht. An der brasilianische Börse in São Paulo wurde der Handel ausgesetzt.

Grund für die neuen Schwankungen an der Wall Street waren nicht nur die schlechten Vorgaben aus Asien und Europa, wo Panikverkäufe für hohe Kursausschläge sorgten. Händler sprachen von Panikverkäufen im Eröffnungsgeschäft. Die Anleger hätten Angst vor einem von der Finanzkrise ausgelösten weltweiten Wirtschaftsabschwung, erklärten Börsianer. "Die Panik und die Angst, die wir sehen, haut einen um. Es scheint so, als ob der Markt eine Depression einpreist", sagte Matt McCall von Penn Financial Group.

Schlechte Konjunkturdaten aus den USA

Dazu kamen schlechte Konjunkturdaten aus den USA. So hatte US-Lebensversicherer Prudential Financial Chart zeigen nach Börsenschluss am Donnerstag wegen der Finanzkrise vor einem schlechten dritten Quartal gewarnt. Zudem hat im Übernahmekampf um die viertgrößte US-Bank Wachovia Chart zeigen der Finanzkonzern Citigroup Chart zeigen die Verhandlungen mit dem Rivalen Wells Fargo über eine Kompromisslösung abgebrochen. Die Citigroup will nun stattdessen ihre Schadensersatzklage gegen Wachovia in Höhe von 60 Milliarden Dollar weiter verfolgen. Die Analysten von RBC senkten in einer ersten Reaktion das Kursziel für Wells Fargo von 38 auf 32 Dollar.

Auch General Electric Chart zeigen (GE) fiel nach Zahlen zum dritten Quartal schon im vorbörslichen US-Handel ähnlich schwach wie der Gesamtmarkt. Wie erwartet führte die Finanzkrise zu einem Gewinneinbruch des US-Mischkonzerns. Je Aktie sank das Ergebnis um zehn Prozent auf 0,45 Dollar. Analysten hatten mit diesem Wert gerechnet. Für das vierte Quartal bestätigte GE seinen Ausblick für den Gewinn je Aktie, für die Sparte Finanzdienstleistungen werde ein Gewinnrückgang um 20 bis 30 Prozent, für den Bereich Energie-Infrastruktur unterdessen ein Gewinnanstieg von 15 Prozent erwartet.

Auch die Aktien von Alcoa Chart zeigen verloren zu Handelsbeginn leicht. Die Ratingagentur S&P erwägt angeblich eine Herabsetzung des Kreditratings. Bereits am Donnerstag hatten die Analysten den Ausblick von "Stable" auf "Negative" gesenkt. Das sei eine Reaktion auf die jüngsten enttäuschenden Zahlen und die Unsicherheit über die weitere Entwicklung, so S&P.

Börsen-Achterbahn auch in Asien und Europa

Völlig unbeeindruckt von der Krise zeigen sich momentan nur die Energiekonzerne: Chevron Chart zeigen rechnet für das eben beendete dritte Quartal mit einem weiteren Rekordgewinn. Der Überschuss werde voraussichtlich noch höher als im zweiten Quartal ausfallen, teilte Chevron am Donnerstagabend nach US-Börsenschluss mit. Dämpfend könnte sich allerdings auf Energietitel allgemein der weiter fallende Ölpreis auswirken. Zudem hat die Internationale Energieagentur (IEA) die Wachstumsprognose für die Nachfrage nach Rohöl wegen einer zu erwartenden schwächeren Weltwirtschaft auf das niedrigste Niveau seit 1993 gesenkt.

DIE SCHWÄRZESTEN BÖRSENTAGE

19. Oktober 1987

Der größte Crash der Nachkriegszeit. Wegen Spekulationen auf höhere Zinsen geraten die Börsen weltweit in einen Abwärtssog. An der Wall Street stürzt der Dow-Jones-Index allein an diesem Tag um 22,6 Prozent ab. Der Dax verliert gut neun Prozent. Der Crash war fast doppelt so stark wie der am 28. Oktober 1929. Der Tag ging als "schwarzer Freitag" in die Geschichte ein, damals stürzte die US-Börse um 12,8 Prozent ab.

6. Oktober 1989

19. August 1991

28. Oktober 1997

11. September 2001

14. September 2001

24. März 2003

21. Januar 2008

06. Oktober 2008

10. Oktober 2008

Vor Börsenbeginn in New York hatten schon die Handelsplätze in Asien und Europa verrückt gespielt: In Deutschland war der Dax Chart zeigen kurz nach Handelsstart um mehr als zehn Prozent bis auf 4371 Punkte gefallen. Im Tagesverlauf erholte er sich zwar leicht, blieb aber weiter mit rund acht Prozent im Minus.

In London gab der Leitindex FTSE 100 Chart zeigen zu Handelsbeginn um ebenfalls zehn Prozent nach und fiel erstmals seit fünf Jahren unter die Marke von 4000 Punkten. Bis zum frühen Nachmittag erholte sich das Börsenbarometer nur leicht mit einem Minus von sieben Prozent. Analysten sprachen von "blinden Panikverkäufen" und einen "kompletten Vertrauensverlust" der Anleger.

Auch die Vorgaben aus Asien waren schlecht: Der Nikkei-Index Chart zeigen an der Tokioter Börse fiel um 9,6 Prozent und damit noch stärker als am Mittwoch, als er mit 9,4 Prozent bereits die schwersten Verluste seit mehr als 20 Jahren hinnehmen musste. Der Ölpreis sank weiter.

sam/AFP/Reuters

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