Washington - Wen die Finanzkrise völlig überrascht hat, befindet sich in guter Gesellschaft: Auch Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman war nicht auf das Ausmaß der Krise vorbereitet. "Ich hätte sie kommen sehen müssen", sagte Krugman am Montagabend dem US-Rundfunksender National Public Radio.
"Ich werfe mir selbst vor, dass ich das Ausmaß dieses finanziellen Domino-Effekts nicht vorher verstanden habe. Ich habe gesehen, dass die Spekulationsblase platzen und dass es viel Wehklagen geben würde, aber ich habe nicht gesehen, wie groß das Wehklagen sein wird."
Er sei "extrem erschüttert von der Krise", sagte Krugman. Er wundere sich, wie Ökonomen und Politiker "so blind hatten sein können", fügte er hinzu. Es sei ein Finanzsystem entstanden, bei dem die in den dreißiger Jahren geschaffenen Schutzmechanismen nicht mehr griffen, sagte Krugman. Trotzdem hätten nur wenige Menschen die Krise vorausgesehen.
Das Nobelpreis-Komitee hatte am Montag verkündet, dass der Wirtschaftsprofessor der Universität Princeton in diesem Jahr die Auszeichnung für seine Arbeiten zu Freihandel und Globalisierung sowie zur Verstädterung erhalte.
Krugman arbeitet außerdem als Kolumnist der "New York Times" und ist als scharfer Kritiker der Wirtschaftspolitik von Präsident George Bush bekannt.
sam/AFP
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