Berlin - Dass Josef Ackermann angekündigt habe, auf seinen Jahresbonus zu verzichten, bezeichnete Struck als "reine Schauveranstaltung". "Wir brauchen nicht nur neue Regeln, wir brauchen eine moralische Erneuerung", forderte der SPD-Fraktionschef am Freitag im Bundestag zu Beginn der Abschlussdebatte über das Rettungspaket für deutsche Banken.
Deutsche-Bank-Chef Ackermann: "Zeichen der Solidarität"
Struck hatte bereits Anfang Oktober harsche Kritik an Josef Ackermann geübt. Damals ging es um ein mögliches Rettungspaket für die deutsche Finanzwirtschaft. "Solange die Banken auf Gewinnerkurs waren, hat Herr Ackermann am lautesten geschrien, der Staat solle ihnen nicht hereinreden", hatte der SPD-Fraktionschef damals erklärt. Deshalb sei es befremdlich, wenn der Vorstandschef der führenden deutschen Bank "jetzt als erster nach umfassender Hilfe aus Steuermitteln ruft". Er empfinde für diese Art des Opportunismus ein gewisses Maß an Verachtung, sagte der SPD-Politiker. Ackermann hatte zuvor ein Hilfspaket für die deutsche Bankenbranche nach US-Vorbild gefordert.
Struck übte jetzt auch heftige Kritik an Finanzmanagern insgesamt. "Die Arroganz der Banker wird ein für allemal zu Ende sein müssen", sagte er. "Diese Herren haben getan, als spielten sie ein gewaltiges Monopoly", wetterte Struck und bezeichnete Bankmanager als Zocker. Die Banker müssten "vom hohen Ross steigen" und sich an der Lösung der Probleme beteiligen.
Struck und Unions-Fraktionschef Volker Kauder machten sich dafür stark, dass Manager der betroffenen Institute sich als Gegenleistung für staatliche Hilfen mit geringeren Bezügen zufrieden geben müssten. Auch für die Geschäftspolitik der Institute forderte Kauder Konsequenzen.
Der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Peter Ramsauer, rügte ebenfalls die Bankenbranche. Ramsauer verlangte von Deutschlands Bankmanagern eine Entschuldigung für ihr Verhalten in der Finanzkrise. "Es reicht sicher nicht, sich große Paläste an herausgehobenen Plätzen Deutschlands zu errichten. Damit gewinnt man die Herzen der Menschen nicht zurück", sagte Ramsauer der Tageszeitung "Die Welt". "Ich denke, es ist nie falsch, sich für Fehlverhalten zu entschuldigen."
suc/Reuters/dpa-AFX
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