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20.10.2008
 

Streit über Ackermann

Deutsche Bank verteidigt sich gegen Regierungskritik

Die Bundesregierung hat Josef Ackermann scharf kritisiert - wegen dessen abfälliger Bemerkungen über das Rettungspaket. Nun bemüht sich Ackermanns Arbeitgeber um Schadensbegrenzung: Die Deutsche Bank erklärt, selbstverständlich würde sie den Kurs der Regierung unterstützen.

Berlin - Der schneidende Ton der Bundesregierung scheint Eindruck gemacht zu haben: Am Montagabend reagierte die Deutsche Bank auf die Kritik an ihrem Chef Josef Ackermann.

Steht in der Kritik: Deutsche Bank-Chef Ackermann
DPA

Steht in der Kritik: Deutsche Bank-Chef Ackermann

Mit erkennbarem Bemühen um Deeskalation heißt es in einer Erklärung: "Im Zusammenhang mit der Kontroverse um die Inanspruchnahme staatlicher Hilfe durch Banken" lege die Deutsche Bank "Wert auf die Feststellung, dass sie das betreffende Gesetz der Bundesregierung selbstverständlich unterstützt".

Hintergrund der Reaktion sind Äußerungen, die Ackermann einem Bericht des SPIEGEL zufolge vor Managern gemacht hat. Kernaussage: Er persönlich würde sich schämen, wenn seine Bank in der Krise Geld vom Staat annehme.

Dies löste heftigen Widerspruch seitens der Bundesregierung aus. Regierungssprecher Thomas Steg wies Ackermann in ungewöhnlich scharfer Form zurecht. Seine Einlassungen seien "äußerst bedenklich, unverständlich und unakzeptabel", hatte Steg erklärt. In der Kabinettsitzung hätten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Peer Steinbrück diese Kritik zum Ausdruck gebracht und seien dabei von den anderen Mitgliedern der Regierung energisch unterstützt worden.

Die Deutsche Bank erklärte nun, unabhängig davon, dass sie selbst kein Kapital vom Staat benötige, würde das Rettungspaket für notwendig gehalten. Ackermann selbst habe an der Erarbeitung des Gesetzes zur Finanzmarktstabilisierung mitgewirkt und öffentlich erklärt, dass die im Rahmen des Gesetzes bereitgestellten Finanzmittel für den Steuerzahler gut angelegt seien.

Weiter erklärte die Deutsche Bank, Ackermann habe "ebenfalls öffentlich davor gewarnt, aus falschem Prestigedenken die von der Regierung angebotene Hilfe nicht in Anspruch zu nehmen".

cht/dpa

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