Wirtschaft


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21.10.2008
 

OECD-Studie

Soziale Ungleichheit in Deutschland wächst rasant

2. Teil: Kernfragen und -antworten der OECD-Studie

Auszug aus der Zusammenfassung der OECD-Studie:

Warum wächst die Arm-Reich-Kluft?

In den meisten Ländern vergrößert sich die Kluft, da reiche Haushalte im Vergleich zur Mittelklasse immer schneller immer mehr verdienen. Gleichzeitig verschlechtert sich die Situation vieler Arbeitnehmer am unteren Rand der Mittelklasse.

  • Die Löhne der ohnehin gut Verdienenden sind überdurchschnittlich stark gewachsen.
  • Gleichzeitig ist die Arbeitslosigkeit unter Menschen mit niedrigerem Bildungsstand gestiegen.
  • Zudem gibt es im Vergleich zu 1985 immer mehr Single-Haushälte.

Wer ist am stärksten betroffen?

Statistiker messen Armut in Relation zum Durchschnittseinkommen. Beträgt das Einkommen eines Haushalts weniger als dessen Hälfte, gilt der Haushalt as arm.

  • Die Gesamtarmutsrate stieg von sechs auf elf Prozent.
  • Die Armutsrate der Kinder stieg sogar von sieben auf 16 Prozent.
  • Die Armutsrate älterer Menschen blieb stabil bei etwa sieben Prozent für 66- bis 74-Jährige und bei elf Prozent für Menschen über 75 Jahren.

Was sind die Folgen für kommende Generationen?

Weniger Aufstiegschancen, denn in Ländern mit hohen Einkommensunterschieden ist die sogenannte soziale Mobilität deutlich niedriger.

  • Das bedeutet: In Ländern mit einem hohen Einkommensgefälle stehen die Chancen für Kinder schlechter, das Bildungsniveau ihrer Eltern zu übertreffen.
  • Beispiele für Länder mit niedriger sozialer Mobilität sind die USA, England oder Italien. In Dänemark und Australien ist die soziale Mobilität dagegen hoch.

Was kann unternommen werden?

Manche Länder wirken der Arm-Reich-Kluft durch eine Steuerpolitik entgegen, die Geringverdiener im Vergleich zu Gutverdienenden begünstigt. Vonnöten sind zudem:

  • eine Bildungspolitik, die Jugendliche auf die Anforderungen der modernen Arbeitswelt vorbereitet,
  • eine Arbeitspolitik, die die Reintegration von Arbeitslosen ins Berufsleben aktiv fördert,
  • eine Sozialpolitik, die in Armut lebende Haushalten das Existenzminimum sichert.

ssu/AFP/Reuters

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