Tokio - Japan wirft den Rettungsanker: Die Zentralbank senkte den Leitzins von 0,5 auf 0,3 Prozent. Der Lombardsatz wurde von 0,75 Prozent auf 0,5 Prozent gesenkt. Das wurde nach einer eintägigen Ratssitzung beschlossen.
Börsenhändler in Tokio: Angst vor einer erneuten Talfahrt
Der Leitzins ist der fundamentale Zinssatz, zu dem sich die Banken untereinander Geld leihen. Je niedriger der Zinssatz ist, desto leichter können Kredite vergeben werden. Auf diese Weise sollen Unternehmen zu Investitionen angeregt werden.
Zwar ist Geld jetzt in Japan so billig wie lange nicht - auf die japanische Börse hatte das aber kaum Auswirkungen. Der japanische Leitindex Nikkei 225 schloss am Freitag sehr schwach. Der Index verlor 5,01 Prozent auf 8576 Zähler. Für den breit gefassten Topix ging es um 3,59 Prozent auf 867 Punkte abwärts.
Händler erklärten das Minus mit Gewinnmitnahmen der letzten Tage. Von Dienstag bis Donnerstag war der Nikkei fast um 30 Prozent in die Höhe geschnellt. Zudem, sagten Händler, verstärkten schlechte US-Konjunkturdaten die Sorgen um einen weltweiten Konjunkturabschwung. Der gefallene Ölpreis belastete Energietitel. Besonders im Blickpunkt standen nach einer Reihe schwacher Quartalszahlen die Papiere von Autoherstellern.
Mit der Leitzinssenkung will Japan auch die eigene Wirtschaft stützen. Durch die Finanzkrise droht dem Land eine tiefe Rezession. Der Außenwert des japanischen Yen war zuletzt im Vergleich zu anderen wichtigen Währungen wie dem Dollar und Euro rasant gestiegen - was die Börsenkurse stürzen ließ und die Bilanzen der von den Exporten stark abhängigen japanischen Unternehmen stark belastete.
Auch andere Länder senken angesichts der angespannten Konjunktur ihren Leitzins. Die US-Notenbank Fed hatte erst vor zwei Tagen ihren Zinssatz um 50 Basispunkte auf ein Prozent gesenkt. Von der Europäischen Zentralbank erwarten Analysten am kommenden Donnerstag eine Zinssenkung auf 3,25 Prozent.
ssu/dpa/Reuters
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