Damit wird zunehmend klar, dass eine der großen Hoffnungen der Konjunkturoptimisten verfehlt war: Diese hatten lange darauf gesetzt, dass in der aktuellen Krise zwar die US-Wirtschaft lahmen würde, andere Länder wie China, Osteuropa, die Ölproduzenten oder Deutschland sich aber "abkoppeln" und eine Lokomotivfunktion für die Weltwirtschaft übernehmen könnten.
So etwas hatte es in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder gegeben: In der New-Economy-Krise nach dem Jahr 2000 wuchsen Länder wie Spanien und Irland, China, aber auch die osteuropäischen Staaten kräftig weiter, was den globalen Abschwung dämpfte. In der Asienkrise Ende der neunziger Jahre war das Wachstum in den USA robust. In der US-Rezession Anfang der neunziger Jahre erlebte Deutschland gerade den Wiedervereinigungsboom und konnte Lokomotive für die Weltwirtschaft spielen.
Anders herum ausgedrückt: Im Gegensatz zu den Krisen der vergangenen beiden Jahrzehnte erlebt die Welt nun zum ersten Mal seit etwa einem Vierteljahrhundert, dass praktisch alle wichtigen Volkswirtschaften gleichzeitig in die Rezession steuern. Die Gefahr ist groß, dass sich die Abwärtsspiralen der einzelnen Ländern dabei gegenseitig verstärken, weil die schwächelnden Importe des einen Landes immer die Exporte der anderen sind.
Derzeit ist nur schwer zu erkennen, wie die Welt daraus entkommen könnte, unter anderem auch, weil Staaten wie Deutschland bislang bestenfalls halbherzig darüber nachdenken, mit höheren Staatsausgaben oder Steuersenkungen die Konjunktur zu stabilisieren.
Selbst wenn also die Banken gerettet sind: Der Weltwirtschaft droht derzeit die schärfste Rezession mindestens seit den frühen achtziger Jahren.
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