Wirtschaft



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06.11.2008
 

Gescheiterter Werbedeal

Yahoo hofft auf Microsoft

Mit aller Macht hatte sich Yahoo-Chef Jerry Yang gegen den Einstieg von Microsoft gewehrt. Nach dem Aus für die Werbekooperation mit Google braucht er allerdings dringend einen Partner. Dabei setzt Yang nun notgedrungen auf den ungeliebten Software-Giganten aus Redmond.

San Francisco - Jerry Yang geht es offensiv an. Unverblümt fordert der Yahoo-Chef den Software-Konzern Microsoft dazu auf, ein Übernahmeangebot für sein Unternehmen vorzulegen. "Das Beste, was Microsoft Chart zeigen heute tun kann, ist, Yahoo Chart zeigen zu kaufen", sagte Yang am Mittwoch auf einer Konferenz in San Francisco. Der Verwaltungsrat von Yahoo sei jetzt "offen für alles", versicherte Yang.

Yahoo-Chef Yang: "Offen für alles"
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DPA

Yahoo-Chef Yang: "Offen für alles"

Dabei hatte Yahoo eine Übernahme durch Microsoft im Sommer in einer beispiellosen Abwehrschlacht verhindert. Yang hatte in den wochenlangen Verhandlungen einen höheren Kaufpreis verlangt. Microsoft bot erst 31, dann 33 Dollar je Yahoo-Aktie. Das entsprach damals einem Wert von 47,5 Milliarden Dollar. Der Verwaltungsrat von Yahoo forderte aber mindestens 37 Dollar pro Aktie oder 53 Milliarden Dollar.

Der Stimmungsumschwung bei Yang hängt eng mit der geplatzten Werbekooperation mit dem Suchmaschinenbetreiber Google Chart zeigen zusammen. Yahoo wollte auf einigen seiner Websites von Google verkaufte Anzeigen einblenden und so mehrere hundert Millionen Dollar pro Jahr zusätzlich einnehmen. Die Partnerschaft war Teil der Abwehrstrategie gegen Microsoft. Zusammen mit dem Konkurrenten kontrolliert Yahoo allerdings Experten zufolge 80 Prozent des Marktes für Suchmaschinen. Werbekunden waren Sturm gelaufen gegen den Plan, weil die Unternehmen durch ihre Zusammenarbeit die Preise bestimmen könnten.

Google hatte am Mittwoch unter dem Druck der US-Kartellbehörde und der Werbebranche schließlich seine Pläne für eine Zusammenarbeit mit Yahoo aufgegeben. Yang zeigte sich enttäuscht über diesen Schritt, den Google mit dem juristischen Kampf, der sich wegen des Widerstands der Kartellbehörde abgezeichnet habe, begründete.

Für Yahoo war die Absage auch geschäftlich ein schwerer Rückschlag. Der Konzern leidet unter dem sinkenden Anzeigengeschäft und verliert im wichtigen Markt mit Suchanzeigen immer mehr Boden. Nach einem Gewinneinbruch im dritten Quartal kündigte Yahoo Stellenstreichungen an.

Angesichts des geplatzten Google-Deals bleibt Yahoo jetzt offenbar keine andere Wahl, als sich Microsoft anzubieten. Der Software-Marktführer gab zuletzt keine eindeutigen Signale zu seinem Interesse an Yahoo. In der Branche wird aber erwartet, dass Vorstandschef Steve Ballmer in den nächsten Monaten ein neues Kaufangebot vorlegen wird. Microsoft will so im Geschäft mit Internet-Werbung den Abstand zu Marktführer Google verringern.

suc/Reuters/AP

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