Von Isabell Hülsen
Hamburg - Nur acht Monate war sie im Vorstand, jetzt geht sie wieder ihre eigenen Wege: Die Medienmanagerin Christiane zu Salm verlässt den Vorstand des Burda-Verlags. Schon im Dezember scheide die 42-Jährige aus dem Konzern aus und werde für ein Jahr lang nur noch als Beraterin arbeiten, teilte das Unternehmen mit. Salm habe den Verleger Hubert Burda um die Auflösung ihres Vertrags gebeten, weil sie sich "wieder verstärkt um ihre eigenen unternehmerischen Aktivitäten kümmern" wolle, heißt es in der Mitteilung. "Dies ist eine persönliche Entscheidung, die wir sehr bedauern, aber akzeptieren" so Hubert Burda.
Der Ausstieg kommt abrupt, verwundert aber kaum: Die quirlige Unternehmerin, die vor allem als Mitgründerin des Senders Neun Live Millionen machte, dürfte mit der Hierarchie des von Hubert Burda geführten Familienkonzerns kaum glücklich geworden sein. Zu Salm war am 1. April 2008 in den Burda-Vorstand eingezogen und dort vor allem für "Crossmedia" zuständig, sollte also das klassische Printgeschäft des Verlags ins Internet und aufs Handy bringen und sich um die TV-Strategie des Konzerns kümmern. Hubert Burda, den Salm schon lange persönlich kennt, habe ihr ein Angebot gemacht "das ich nicht ablehnen konnte", sagte sie nach ihrem Antritt in München.
Burda hatte mit der Verpflichtung der rührigen Managerin die überfällige Verjüngung seines Vorstands eingeleitet, der bis dahin überwiegend mit 60- bis 70-Jährigen besetzt war. Zu Salm, die vor ihrer Zeit bei Neun Live als Deutschland-Chefin von MTV bekannt geworden war, galt bereits als mögliche Nachfolgerin des Verlegers, als Hubert Burdas "Kronprinzessin".
Burda hält Fäden gerne selbst in der Hand
Branchenkenner hatten sich freilich schon damals gefragt, ob die freiheitsliebende Salm mit der Kultur des Familienkonzerns zusammenpassen würde. So ist der 68-jährige Burda dafür bekannt, die Fäden gerne selbst in der Hand zu halten. Auch an die Regelung seiner Nachfolge denkt Burda bisher nicht: "Ich werde das Unternehmen so lange führen, wie ich von der Birne und vom Körper her noch kann", hatte er noch auf einer Pressekonferenz im vergangenen Jahr erklärt. Erschwerend kam hinzu, dass es zu Überschneidungen zwischen Salms Zuständigkeit für Crossmedia und der beim künftigen Vorstand Philipp Welte angesiedelten Hoheit über die Werbevermarktung kam.
Für den Burda-Posten hatte die Kunstliebhaberin Salm, die ihren Lebensmittelpunkt ohnehin mehr und mehr nach Berlin verschoben hatte, zuvor die Geschäftsführung des von ihr gegründeten 100 Millionen Euro schweren Investmentfonds "About Change Ventures" abgegeben, der in Internetfirmen und andere digitale Medien investiert.
Einen Teil ihrer Aufgaben bei Burda und die Rolle als möglicher Kronprinz übernimmt nun Welte: Der 46-Jährige, der seinen Vorstands-Posten schon am 1. Dezember antritt, war nach einem kurzen Ausflug zum Axel-Springer-Verlag wieder zu Burda zurückgekehrt und wird dort Nachfolger des langjährigen Vorstands und Verlags-Vizes Jürgen Todenhöfer.
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