Berlin/Mannheim - Allen ökonomischen Hiobsbotschaften zum Trotz haben sich die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren für Deutschland im November etwas aufgehellt. Nach der am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim stieg der Index der Konjunkturerwartungen von minus 63 Punkten auf nun minus 53,5 Punkte.
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Ökonomen hatten durchschnittlich lediglich mit einer Verbesserung auf minus 58,5 Punkte gerechnet. Der jetzige Wert liege allerdings immer noch weit unter dem historischen Mittelwert von plus 27,1 Punkten. Der Aufwärtsbewegung der Erwartungen stellt den Angaben zufolge eine Teilkorrektur zum Vormonat dar, in dem die Erwartungen angesichts der Zuspitzung an den Finanzmärkten eingebrochen waren.
Das Rettungspaket der Bundesregierung für den Finanzsektor sowie das geplante Konjunkturprogramm schienen das Vertrauen der Finanzmarktexperten im Vergleich zum Vormonat etwas gestärkt zu haben. Auch die weltweiten Zinssenkungen dürften den Konjunkturabschwung bremsen.
"Die Finanzmarktanalysten können sich in ihren früher geäußerten pessimistischen Erwartungen durch die derzeitige und absehbare konjunkturelle Entwicklung bestätigt sehen. Vom gemeinsamen Vorgehen der Regierungen und Zentralbanken scheinen die Experten allerdings eine Milderung des Konjunkturabschwungs zu erhoffen", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz.
Laut Commerzbank-Analysten sei der Wendepunkt bei den Konjunkturerwartungen nun erreicht und drehe wieder nach oben. Das ändere aber nichts an den insgesamt trüben Aussichten für die deutsche Wirtschaft. In einer am heutigen Dienstag veröffentlichten Studie der Bank UniCredit heißt es sogar, es gebe keinen Zweifel daran, dass die deutsche Wirtschaft in eine Rezession abgleite. Das Rettungspaket der Bundesregierung habe den Pessimismus im November aber etwas gedämpft. Die Helaba sprach im Zusammenhang mit dem ZEW-Index von "überraschend positiven Zahlen".
Der Dax
weitete seine Verluste nach Veröffentlichung der ZEW-Daten trotz positiver Zahlen aus und rutsche auf ein Tagestief von 4875 Punkten. Zuletzt stabilisierte er sich aber wieder mit 2,3 Prozent im Minus bei 4929 Zählern. Am Montag hatte er bei 5026 Punkten geschlossen.
Das Bild für die gesamte Eurozone bleibt gespalten. Auch hier legten die Konjunkturerwartungen im November nach dem Einbruch im Vormonat etwas zu, während die Konjunkturlage erneut schlechter beurteilt wurde. Der entsprechende Index für die Erwartungen kletterte im Vergleich zum Vormonat um 8,7 Punkte auf minus 54,0 Punkte. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum sank hingegen um 14,2 Punkte auf minus 58,9 Punkte.
Der ZEW-Konjunkturindikator gilt als ein wichtiger Stimmungsindikator der deutschen Wirtschaft. Für ihn werden monatlich rund 300 Analysten und institutionelle Anleger befragt.
kaz/Reuters/ddp/dpa/AP
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