Nürnberg - Am morgigen Mittwoch ist es wieder so weit: Die europäischen Getränkehersteller treffen sich auf der Branchenmesse Brau Beviale, um gut gelaunt Kontakte zu pflegen, Geschäfte zu machen und Innovationen zu bewundern. Den Bierbrauern dürfte ihre gute Laune allerdings vergangen sein - denn genau wie in den vergangenen Jahren wird der Preis für den Gerstensaft auch 2009 weiter steigen.
Mit Preiserhöhungen zwischen fünf und acht Prozent sei im kommenden Jahr zu rechnen, sagte Gerhard Ilgenfritz, Präsident der Privaten Brauereien in Bayern. Im Einzelhandel werde der Kasten Bier deshalb um 70 bis 80 Cent teurer werden. "Die Energiepreise laufen uns davon", erklärte Ilgenfritz. Auch Hopfen und Malz seien deutlich teurer als noch vor zwei Jahren. Als weitere Faktoren nannte er das wechselhafte Wetter, das Rauchverbot, den demografischen Wandel, verändertes Verbraucherverhalten sowie Aktionen gegen Alkoholkonsum.
Immerhin ist es nach Branchenangaben gelungen, den Abwärtstrend der vergangenen zehn Jahre beim Bierkonsum zu stoppen. Für dieses Jahr geht Ilgenfritz optimistisch von einem gleichbleibenden Pro-Kopf-Verbrauch von 112 Litern Bier aus. Dass es zumindest keinen weiteren Einbruch bei den Verkaufszahlen gab, bestätigt auch das Statistische Bundesamt. Wie es am Dienstag mitteilte, erhöhte sich der Bierpreis im Handel seit Januar 2007 um 3,3 Prozent - und stieg damit geringer als die Inflation. Die Verbraucherpreise seien im selben Zeitraum um 4,7 Prozent gestiegen.
Bessere Laune als die Bierbrauer werden wohl die Hersteller von alkoholfreien Getränken zum Branchentreff in Nürnberg mitbringen. Die Vereinigung Alkoholfreie Getränke-Industrie teilte mit, der Absatz von Mineral- und Heilwasser werde dieses Jahr auf 132 Liter pro Kopf leicht steigen. Auch die Verkaufszahlen von Cola-Getränken und Limonaden verbesserten sich um sieben Prozent, Fruchtsäfte gingen hingegen seltener über den Ladentisch.
kfi/dpa/ddp
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