Wien - Im Sommer kletterte er noch auf Rekordhöhen, jetzt rast er nach unten: Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist auf den tiefsten Stand seit über dreieinhalb Jahren gesunken. Ein Barrel (159 Liter) aus den Fördergebieten des Kartells habe am Donnerstag 44,06 US-Dollar gekostet, teilte das Opec-Sekretariat am Freitag in Wien mit. Das waren 1,83 Dollar weniger als am Mittwoch - und insgesamt der tiefste Stand seit Mitte Februar 2005.
Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) war am Donnerstag erstmals seit drei Jahren auf unter 50 Dollar gefallen. Am Freitag kostete das Fass mit 50,18 Dollar 1,5 Prozent mehr als am Vorabend. Ein Fass Nordseeöl der Sorte Brent notierte bei 49,20 Dollar .
Experten führen den Preisrutsch auf dem Ölmarkt auf enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA zurück. So waren die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der abgelaufenen Woche auf den höchsten Stand seit 16 Jahren geklettert. Im aussagekräftigeren Vier-Wochen-Schnitt stieg die Zahl sogar auf den höchsten Wert seit 1983. Die Daten deuteten auf eine anhaltend schwache Entwicklung am US-Arbeitsmarkt und mithin eine sinkende Nachfrage nach Ölprodukten hin, hieß es.
Vor dem Hintergrund der rasanten Talfahrt am Ölmarkt verdichten sich unterdessen die Hinweise auf eine weitere Kürzung der Fördermenge durch die Opec. Der amtierende Opec-Präsident Chakib Khelil hatte zuletzt gesagt, dass die Mitgliedsländer des Kartells keine andere Wahl hätten, als weitere Fördermengenkürzungen umzusetzen. Nur so könne der Ölpreis künftig in der Spanne zwischen 70 und 90 Dollar pro Barrel gehalten werden. Die Opec berechnet ihren täglichen Durchschnittspreis auf der Basis von 13 wichtigen Sorten der Mitgliedsländer.
kfi/dpa/Reuters
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