London - David Smith, Chef von Jaguar Land Rover (JLR), hat in geheimen Gesprächen mit Regierungsvertretern staatliche Unterstützung von etwa einer Milliarde Pfund gefordert, berichtet die "Sunday Times" unter Berufung auf Regierungskreise. Premierminister Gordon Brown prüfe die Anfrage; eine Entscheidung könnte in den kommenden zwei Wochen fallen.
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JLR habe in Folge der Krise Liquiditätsprobleme bekommen und könne Kredite nur schwer zurückzahlen. Ratan Tata, Chef des Tata-Konzerns, habe weitere Firmenkäufe deshalb vorerst gestoppt. Tata
sei hinsichtlich der Zukunft von JLR zuversichtlich, benötige aber Regierungshilfe, um die kommenden zwei Jahre zu überstehen.
Bekäme JLR keine Hilfe, stünden zahlreiche Jobs in Großbritannien auf dem Spiel, schreibt die "Sunday Times". Von der Wirtschaftskrise sei aber nicht nur die Autobranche betroffen. Mehrere größere britische Industriekonzerne erwägen demnach, die Regierung in London um finanzielle Hilfe zu bitten.
Die Anfrage von JLR zeige, wie dramatisch die Lage auf dem weltweiten Automarkt sei. Mehrere Autohersteller kämpften gegen wirtschaftliche Probleme. Derzeit bitten in den USA die Autoriesen Ford, General Motors
(GM) und Chrysler um staatliche Hilfen. In Deutschland hat sich die GM-Tochter Opel an die Regierung gewandt.
Der japanische Autobauer Honda
teilte vergangene Woche mit, sein Werk im britischen Swindon im kommenden Jahr zwei Monate lang zu schließen. Im Februar und März 2009 solle die Produktion komplett ruhen. Wegen der Absatzkrise sollen 21.000 Autos weniger gebaut werden. Schon zuvor hatte das Unternehmen angekündigt, die Produktion um 32.000 Einheiten zu senken.
Auch Toyota
sowie die Volkswagen-Tochter Bentley haben angekündigt, die Produktion in Großbritannien herunterzufahren. Beobachter rechnen damit, dass auch JLR seine Mitarbeiter in Zwangsferien schicken wird. Das Unternehmen beschäftigt 15.000 Mitarbeiter in dem Land. Land Rover produzierte im vergangenen Jahr insgesamt 230.000 Autos, Jaguar baute 54.000 Einheiten.
kaz/dpa
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