Wirtschaft



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25.11.2008
 

Konjunktur

Weltbank prognostiziert China niedrigstes Wachstum seit 19 Jahren

Auch Chinas Wirtschaft schwächelt angesichts der Finanzkrise: Jetzt hat die Weltbank die Wachstumsprognose für 2009 drastisch gesenkt. Die Experten gehen nur noch von einem Plus von 7,5 Prozent aus.

Peking - Bis vor kurzem wuchs die chinesische Volkswirtschaft noch zweistellig - jetzt entwickelt sie sich immer langsamer. Die Wirtschaft der Volksrepublik werde im kommenden Jahr voraussichtlich nur noch um 7,5 Prozent zulegen, hieß es am Dienstag im Vierteljahresbericht der Weltbank zu China. Das ist der niedrigste Wert seit 19 Jahren.

Baustelle in Peking: Abschwung trifft China
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REUTERS

Baustelle in Peking: Abschwung trifft China

Zuvor gingen die Experten noch von 9,2 Prozent Wachstum aus. 2007 war die Wirtschaft der Volksrepublik noch um 11,9 Prozent und damit das fünfte Jahr in Folge zweistellig gewachsen.

Als Grund für die Rückstufung der Erwartungen nannte die Weltbank die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise. Ökonom Louis Kuijs sagte bei der Vorlage des Berichts, das erwartete Wachstum werde zur Hälfte von Ausgaben getragen, die von Regierung und Behörden beeinflusst würden.

Die Regierung in Peking hat bereits ein fast eine halbe Billion Euro umfassendes Konjunkturpaket aufgelegt, um die Konjunktur bis Ende 2010 zu stützen. Am Wochenende wurde bekannt, dass durch die Initiativen regionaler Regierungen das Konjunkturprogramm auf umgerechnet rund 1,2 Billionen Euro ausgeweitet wird. Die Notenbank hat seit Mitte September die Leitzinsen drei Mal gesenkt, um die Folgen der Finanzkrise abzufedern. Für dieses Jahr rechnet die Weltbank mit einem Wachstum von 9,4 Prozent in China.

Trotz des geringeren chinesischen Wachstums sind europäische Unternehmen recht optimistisch über ihre Geschäftsmöglichkeiten in der Volksrepublik. Das Wachstumspotential sei weiter groß, ergab der diesjährige Vertrauensindex der Europäischen Handelskammer in China. "Die Umfrage bestätigt, dass China für europäische Unternehmen der wichtigste aufstrebende Markt ist", sagte Kammerpräsident Jörg Wuttke am Dienstag. Angesichts des wirtschaftlichen Abschwungs weltweit könne China möglicherweise noch an Bedeutung gewinnen.

Investitionen in China werden laut dem Experten aber weiter behindert durch mangelnde behördliche Transparenz, wachsenden wirtschaftlichen Nationalismus, Verstöße gegen den Urheberrechtsschutz und willkürliche Anwendung von Umweltschutzbestimmungen. Eine Lösung dieser Probleme kann seiner Meinung nach dazu beitragen, das Wachstum in China wieder anzukurbeln.

cvk/dpa/AFP/Reuters

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