Wirtschaft



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26.11.2008
 

Ende eines Traditions-Kaufhauses

Woolworths steht vor dem Aus

100 Jahre Tradition, 30.000 Mitarbeiter - und Schulden in Höhe von 385 Millionen Pfund: Die angeschlagene britische Kaufhauskette Woolworths hat nach Medienberichten Insolvenz angemeldet. Damit endet eine Ära.

London - Kurz vor dem 100-jährigen Jubiläum kommt wahrscheinlich das Aus: Die britische Kaufhauskette Woolworths hat nach Medienangaben Insolvenz angemeldet. Als Insolvenzverwalter werde das Beratungsunternehmen Deloitte beauftragt, berichtete der Sender BBC am Mittwoch. Am frühen Abend wollte sich die Geschäftsführung des auch "Woolies" genannten Konzern treffen, um über die weitere Vorgehensweise zu beraten.

Woolworths-Filiale in London: Ende des Traditionskaufhauses zeichnet sich ab
DPA

Woolworths-Filiale in London: Ende des Traditionskaufhauses zeichnet sich ab

Nach Medienangaben will das Restrukturierungsunternehmen Hilco die Läden zu einem symbolischen Preis von nur einem Pfund kaufen. Das fast 100 Jahre alte Traditionshaus beschäftigt rund 30.000 Mitarbeiter. Woolworths Chart zeigen hat Schulden von 385 Millionen Pfund. Im ersten Geschäftshalbjahr bis Ende August hatte die Handelskette einen Verlust vor Steuern von 99,7 Millionen Pfund gemacht.

Woolworths hatte zuvor bestätigt, in Gesprächen über einen Verkauf seiner rund 800 Warenhäuser zu sein. Der Handel mit Woolworths-Papieren an der Londoner Börse wurde daraufhin ausgesetzt. Das Unternehmen, das unabhängig von Woolworth Deutschland ist, war zudem in Verhandlungen, den 40-prozentigen Anteil am DVD-Verlag 2 Entertain an BBC Worldwide zu verkaufen.

Ohne Kaufhäuser und DVD-Verlag bleibt Woolworths nur noch ein profitabler Großhandel im Unterhaltungsbereich. Der Konzern leidet unter dem Konjunktureinbruch sowie der wachsenden Konkurrenz durch Supermärkte, Fachgeschäfte und Onlinehändler. Dennoch verkauft das Haus noch immer mehr Süßigkeiten als jeder andere Händler in Großbritannien und hält auch beim Absatz von Spielzeugen, Kinderbekleidung und Haushaltswaren die Spitzenposition.

sam/dpa-AFX/Reuters

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