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Hilfen für die BayernLB Experten werfen Seehofer Steuerverschwendung vor

2. Teil: Weist die EU die Landesfürsten in die Schranken?

Es gibt zwei Szenarien dafür, wie die nötige Umstrukturierung doch noch zustande kommen könnte. In den kommenden Quartalen erwarten Analysten, dass die Banken weiter Geld abschreiben müssen. In absehbarer Zeit könnten die Verluste der Landesbanken so hoch sein, dass die Länder eine Rettung nicht mehr allein stemmen können.


Der Freistaat Bayern steht jetzt schon kurz davor. Er hat 23 Milliarden Gesamtschulden, nun kommen noch jene sieben Milliarden für das Eigenkapital der BayernLB hinzu. SPD-Haushaltspolitikerin Adelheid Rupp zeigte sich daher zufrieden mit der Mixkonstruktion aus Bundes- und Landeshilfen. "Es werden langsam Größenordnungen, wo Bayern das nicht alles allein erledigen kann", sagte sie.

Auch andere Bundesländer könnten in Zukunft vor dieser Situation stehen. "Dann aber dürfte der Bund einschreiten - und entsprechend durchregieren", sagt Bankenprofessor Burghof.

Das zweite Szenario basiert auf der Tatsache, dass der Landesbankensektor der EU von jeher ein Dorn im Auge ist. "Die EU-Kommission hegt schon seit langem den Verdacht, dass der Staat mit verdeckten Subventionen eingreift, um überkommene und nicht lebensfähige Strukturen am Leben zu erhalten", sagt Bankenexperte Hartmann-Wendels.

Manchmal erschienen die Forderungen aus Brüssel etwas übertrieben, aber angesichts der unverbesserlichen Haltung der Landespolitiker müsse Brüssel zwangsweise den Druck erhöhen, wenn die EU etwas bewirken wolle.

Im Falle der WestLB hat sie das bereits getan. Das Institut ringt seit Jahresanfang mit den europäischen Wettbewerbshütern um Zusagen, die sie im Gegenzug für einen Risikoschirm des Landes Nordrhein-Westfalen machen muss.

Auch der LBBW droht nach der Rettungsaktion von Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) Zoff mit der EU. Ein Sprecher von Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes bestätigte der "Financial Times Deutschland": "Wenn die LBBW Hilfen bekommt, die nicht unter das deutsche Rettungspaket fallen, müssten diese separat bei der Kommission angemeldet werden. Wir müssen sicherstellen, dass die gleichen Regeln für alle gelten. Es darf keine Wettbewerbsverzerrungen geben." Eine Anfrage, ob der BayernLB ein ähnliches Verfahren wie der West LB droht, hat die EU-Kommission bislang nicht beantwortet.

Bankenprofessor Burghof hält es für möglich, dass die EU für die Rettungspakete der Bundesländer strenge Auflagen formuliert. "Schlimmstenfalls zwingt Europa die Institute in die Privatisierung", sagt er. "Ob das eine bessere Lösung ist als fusionierte Landesbanken, möchte ich bezweifeln. Wir haben offenbar in Deutschland keinen Bedarf für noch mehr Privatbanken. Falls wir einen solchen hätten, dann wäre diese Lücke längst von ausländischen Instituten gefüllt worden."

Die Landesbanken in der Übersicht
Die BayernLB gehört über die BayernLB Holding AG zu rund 94 Prozent dem Freistaat Bayern und zu rund sechs Prozent dem Sparkassenverband Bayern. mehr auf der Themenseite...

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