Wirtschaft



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30.11.2008
 

China im Abschwung

Präsident Hu Jintao will Krise mit Reformen bekämpfen

China meldet zum ersten Mal fallende Wachstumsraten - Präsident Hu Jintao schlägt Alarm: Die Finanzkrise werde auch seinem Land einen Abschwung bescheren. Das größte Problem sei aber, mit begrenzten Mitteln eine riesige Bevölkerung nachhaltig zu versorgen.

Peking - Chinas Präsident Hu Jintao sieht die Wettbewerbsfähigkeit und die Wirtschaftskraft seines Landes durch die globale Finanzkrise bedroht. Auf einer Sitzung des Politbüros am Samstag in Peking warnte der Staats- und Parteichef, dass die Regierungsfähigkeit der Kommunistischen Partei auf die Probe gestellt werde. Es müssten jetzt die Herausforderungen bewältigt und schnelles Wachstum gesichert werden.

Chinas Präsident Hu Jintao: Die globale Finanzkrise stellt die Regierungsfähigkeit der Kommunistischen Partei auf die Probe
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AFP

Chinas Präsident Hu Jintao: Die globale Finanzkrise stellt die Regierungsfähigkeit der Kommunistischen Partei auf die Probe

Angesichts der Krise forderte Hu Jintao schnellere Reformen und strukturelle Anpassungen in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung. Er warnte nach Angaben der amtlichen Medien vom Sonntag davor, dass die Spannungen durch die große Bevölkerung in China, die begrenzten Rohstoffe und die Umweltprobleme noch zunähmen.

Der weltweite Konjunkturabschwung verschärfe den internationalen Wettbewerb und den Protektionismus in Handel und Investitionen, sagte Hu Jintao. Während die weltweite Nachfrage abnehme, verliere China seine Wettbewerbsfähigkeit.

Die deutlichen Worte des chinesischen Präsidenten auf der Sitzung des höchsten Machtgremiums verdeutlichen, wie ernst Chinas Führung den wirtschaftlichen Abschwung nimmt. Statt ursprünglich 9,2 Prozent Wachstum rechnet die Weltbank im nächsten Jahr in China nur noch mit rund 7,5 Prozent - so wenig wie seit zehn Jahren nicht mehr. China hat ein massives Konjunkturprogramm angekündigt, das fast 600 Milliarden Dollar ausmachen soll.

Auch wenn einige ohnehin geplante Ausgaben in dem Paket mitgerechnet wurden, demonstriert seine schiere Größe die Besorgnis der Führung. Vergangene Woche senkte die chinesische Zentralbank zum vierten Mal seit September die Zinsen um sogar 1,08 Prozentpunkte - so stark wie seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr.

oka/dpa

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