Düsseldorf - Insgesamt werde sich die Zahl der Unternehmenspleiten 2008 um 2,2 Prozent erhöhen, prognostizierte Creditreform. Den Angaben zufolge, traten in diesem Jahr 29.800 Firmen den Gang zum Insolvenzrichter an. In Ostdeutschland betrage der Anstieg der Insolvenzen nur 1,7 Prozent.
Nach Creditreform-Angaben erreichten die Unternehmensinsolvenzen 2003 ihren Höhepunkt seit Beginn der Erfassung. Damals konnten 40.000 Firmen ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen. Größte Unternehmenspleiten in diesem Jahr waren nach Einschätzung des Verbandes die Insolvenzen des Postkonkurrenten Pin Group, der drei ehemaligen KarstadtQuelle-Töchter SinnLeffers, Wehmeyer und Hertie sowie der Berliner Spedition Friedrich Schulze.
Durch die Firmeninsolvenzen entstand nach Angaben der Wirtschaftsauskunftei 2008 ein Schaden von 29 Milliarden Euro. Aktuell seien durch die Pleiten rund 447.000 Arbeitsplätze bedroht, 1,6 Prozent mehr als noch vor einem Jahr.
Die geringsten Risiken für Unternehmen, Insolvenz anmelden zu müssen, gebe es in Bayern und Baden-Württemberg.Die schlechteste Bonität hätten die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.
Den stärksten Anstieg der Insolvenzzahlen registrierten die Experten in der Sparte "sonstiger Fahrzeugbau", doch auch in der Dienstleistungsbranche und im Handel stieg die Zahl der Pleiten überdurchschnittlich. Besonders gefährdet seien kleine und junge Unternehmen, betonten die Experten.
Rückläufig war laut Creditreform dagegen die Zahl der Verbraucherinsolvenzen. Sie sank um 6,5 Prozent auf 98.500. Die Abnahme beruhe allerdings nicht auf einer Verbesserung der Lage, sondern vielfach auf einer Einschränkung der Beratungsleistungen für überschuldete Bundesbürger durch die Gerichte, betonte Creditreform.
Trübe Aussichten für 2009
Auch für 2009 sind die Aussichten düster. Der Konjunktureinbruch wird Deutschland im nächsten Jahr nach Schätzung der Euler Hermes Kreditversicherung den stärksten Anstieg der Pleitezahlen seit 2002 bescheren. Im kommenden Jahr erwarten die Experten nach Angaben von Montag ein Plus von zwölf Prozent auf 33.800 Insolvenzen.
Von den Hauptbranchen wird im nächsten Jahr die Industrie von der Pleitewelle besonders hart getroffen, die Zahl der Insolvenzen wird hier voraussichtlich um 30 Prozent klettern, wie Euler Hermes erklärte. In diesem Jahr dürfte die Zahl der Industrie-Pleiten noch um fünf Prozent gefallen sein.
ssu/suc/AP/dpa/ddp
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